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Bernd Haunfelder
Müntefering wird 75

Am 16. Januar vollendet Franz Müntefering sein 75. Lebensjahr. Der in Neheim-Hüsten bei Arnsberg geborene Sozialdemokrat blickt auf eine lange, erfolgreiche und vielfältige Karriere in Staat und Partei zurück. Er war Kommunal- und Landespolitiker, Staats- und Bundesminister, Landtags- und Bundestagsabgeordneter sowie Fraktionsvorsitzender, vor allem aber Generalsekretär und Vorsitzender seiner Partei – letzteres gleich zweimal, 2004 bis 2005 sowie 2008 bis 2009. Ein solcher Werdegang ist selten, aber doch irgendwie typisch für den ebenso wort- und bilderreich wie lakonisch formulierenden sowie einem lauteren Pragmatismus verpflichteten Jubilar. Dass der sauerländische Katholik das Amt des SPD-Vorsitzenden als das schönste neben dem des Papstes bezeichnete, charakterisiert treffend sein Denken und Analysieren. Dabei war Müntefering bei aller Gelassenheit stets durchsetzungs- und überzeugungsstark, gerade bei der Verabschiedung der Agenda 2010. Der gelernte Industriekaufmann schloss sich 1966 der SPD an, war von 1992 bis 1998 Chef des SPD-Bezirks Westliches Westfalen und von 1998 bis 2001 Vorsitzender seiner Partei in Nordrhein-Westfalen. Von 1992 bis 1995 amtierte er hier als Arbeits- uns Sozialminister. Es folgten sechs Jahre als oberster SPD-Manager, kurz unterbrochen von seiner Zeit als Bundesverkehrsminister 1998/99. Von 2002 bis 2005 stand er an der Spitze der SPD-Bundestagsfraktion und war danach bis 2007 Bundesarbeitsminister und Vizekanzler. Bei den Sozialdemokraten wird seine Meinung bis heute sehr geschätzt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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