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GESUNDHEIT
Claus Peter Kosfeld
Übergriffe gegen Ebola-Helfer

Im Ebola-Krisengebiet in Westafrika kann nach Aussage von Gesundheits-Staatssekretärin Ingrid Fischbach noch immer keine Entwarnung gegeben werden. Zwar sei die Zahl der Neuerkrankungen vor allem in Liberia inzwischen gering, zuletzt habe es in der ganzen Region aber wieder höhere Fallzahlen gegeben, sagte die CDU-Politikerin vergangene Woche im Gesundheitsausschuss des Bundestages. Nun müsse nach möglichen neuen Infektionsquellen in dem großflächigen Gebiet gesucht werden.

In Guinea ist es nach Angaben Fischbachs überdies zu Übergriffen auf Helferteams gekommen. Dies sei wohl auf den tief verwurzelten Aberglauben in der Region zurückzuführen wie auch auf das generelle Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber staatlichen Stellen. Es sei somit sinnvoll, Helfer gezielter zu schulen und örtliche Kräfte einzusetzen, die sich mit den Gepflogenheiten auskennen. Positiv zu vermerken sei, dass in Liberia die Schulen und Universitäten wieder geöffnet seien und eine „gewisse Normalität“ in das Alltagsleben zurückkehre.

Derzeit sind den Angaben zufolge 106 deutsche Hilfskräfte verschiedener Institutionen vor Ort. Die Bundeswehr habe bereits 270 Hilfsflüge absolviert. Da der Transportbedarf für Hilfsgüter stark zurückgehe, werde die Luftbrücke voraussichtlich Ende März eingestellt. Die deutsche Hilfe gehe jedoch weiter.

In den von der Seuche am stärksten betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea haben sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang rund 23.700 Menschen mit dem Ebola-Virus angesteckt, fast 9.600 Tote sind zu beklagen. Es ist der größte Ausbruch seit 40 Jahren. Einen erprobten Impfstoff gegen die Krankheit gibt es noch nicht.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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