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uMWELT
Johanna Metz
Kampf gegen die Lauge

Salz in Weser und Werra soll reduziert werden

Seit 90 Jahren werden salzhaltige Abwässer aus der Kaliproduktion der Kali und Salz AG (K+S) in die Flüsse Weser und Werra eingeleitet oder zum Teil in tiefliegende Schichten gepresst. Feste Salzabfälle werden zudem auf riesige Halden geschüttet. Flüsse, Böden und Grundwasser sind dadurch stark versalzen, die Werra gilt als der am stärksten belastete Fluss in Mitteleuropa. Damit soll nun Schluss sein – das haben sich die sieben Bundesländer, durch die Weser und Werra fließen, vorgenommen. Das Problem der Versalzung könne nur mit einem gemeinsamen Bewirtschaftungs- und Maßnahmenplan gelöst werden, erklärten deren Regierungsvertreter am vergangenen Mittwoch in einem öffentlichen Fachgespräch des Umweltausschusses. Ziel müsse es sein, „bis 2027 einen guten ökologischen Zustand zu erreichen“, betonte unter anderem die Staatsrätin beim Bremer Umweltsenator, Gabriele Friderich (Grüne). Sie zeigte sich optimistisch, „dass wir das gemeinsam erreichen“. Nach Angaben von Staatssekretär Olaf Möller vom thüringischen Umweltministerium will die Flussgebietsgemeinschaft Weser bis Mitte März 2015 einen detaillierten Bewirtschaftungsplan für beide Flüsse beschließen, um die hohe Salzbelastung zu reduzieren. Unter anderem solle die Versenkung von Salzabwässern in den Untergrund bald beendet werden.

Die Länder stehen unter Druck, auch weil die EU-Kommission wegen der Salzabwässer ein Vertragverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet hat. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie schreibt vor, dass alle europäischen Gewässer bis 2015 in „guten Zustand“ sein müssen. Wenn das nicht gelingt, gibt es einmalig Aufschub bis 2027.

„Die Wasserrahmenrichtlinie zwingt uns praktisch zum Handeln“, betonte der Staatssekretär im Umweltministerium von Nordrhein- Westfalen, Peter Knitsch: „Sie führt dazu, dass man sich zum ersten Mal ernsthaft mit Lösungsmöglichkeiten beschäftigt.“ Dies sei jedoch „keine triviale Aufgabe“, da das Umweltproblem über viele Jahrzehnte angewachsen sei.

Beatrix Tappeser vom hessischen Umweltministerium bezeichnete es unter anderem als „großen Erfolg“, dass K+S zugesagt habe, an einer Abdeckung der riesigen Salzhalden arbeiten zu wollen. Allerdings sei dies technisch nur zu 60 Prozent möglich, da die Berge inzwischen sehr hoch und sehr steil seien.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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