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BSTU
abb/Alexander Weinlein
Experten in der Stasi-Zentrale

Vor 25 Jahren, am 15. Januar 1990, demonstrierten tausende Menschen vor den Toren der Zentrale des Staatssicherheitsdienstes der DDR in der Berliner Normannenstraße und verlangten dessen Auflösung. Im weiteren Verlauf der Kundgebung gelang es schließlich, das Gelände zu besetzen und somit die weitere Vernichtung der Geheimdienstakten zu verhindern.

Die vom Bundestag eingesetzte Expertenkommission zur Zukunft der Stasi-Unterlagenbehörde (BStU) unter Vorsitz des früheren Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer (CDU), nutzte am vergangenen Donnerstag das geschichts- trächtige Jubiläum für einen Besuch in der ehemaligen Stasi-Zentrale und um sich vom Bundesbeauftragten Roland Jahn über den aktuellen Stand der Erfassung, Verwahrung und Verwendung der Unterlagen informieren zu lassen.

Auf damals etwa 18 Millionen DDR-Bürger kamen 41 Millionen Stasi-Karteikarten. „Viele Personen stehen auf mehreren Karteikarten. Es gibt die unterschiedlichsten Fundorte, was die Recherche für uns besonders macht“, erklärte die Leiterin des Archivs, Birgit Salamon. Im Archiv der Zentralstelle in Berlin liegt rund die Hälfte der 111.000 laufende Meter umfassenden Gesamtmenge an Unterlagen. Eine der Hauptaufgaben der Archive ist es, die Unterlagen für Bürger, Forschung und Medien zugänglich zu machen.

In der ehemaligen Stasi-Zentrale eröffnete vergangene Woche zudem die neue Dauerausstellung über das Wirken des DDR-Geheimdienstes.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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