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Alexander Heinrich
RUF NACH AUTONOMIE

Baskenland

Mehrere Jahrzehnte kämpfte die Untergrundorganisation ETA für ein von Spanien unabhängiges Baskenland, bei Anschlägen kamen Hunderte Menschen ums Leben. 2011 gab die ETA den Verzicht auf Gewalt bekannt, 2017 gab sie die Waffen ab.

Schottland

Beim Referendum 2014 setzten sich die Befürworter eines Verbleibs in Großbritannien knapp durch. Doch seit der "Brexit"-Entscheidung der Briten 2016 ist das Thema Unabhängigkeit wieder auf der Tagesordnung - die meisten Schotten wollen in der EU bleiben.

Nordirland

Mit dem Karfreitagsabkommen endete 1998 ein brutaler Konflikt zwischen vorwiegend protestantischen Royalisten, die London die Treue halten wollen, und überwiegend irischen Katholiken, die den Anschluss an die Republik Irland fordern. Beobachter befürchten, dass ein "Brexit" den Konflikt erneut befeuert.

Belgien

Viele Flamen würden die Transferzahlungen ins wirtschaftlich schwächere Wallonien gern zurückhalten. Die in Flandern stärkste gemäßigt nationalistische Partei N-VA will, dass die belgische Zentralregierung Schritt für Schritt Kompetenzen an die Regionen und an die EU abgibt und sich damit überflüssig macht.

Südtirol

Einst sprengte ein "Befreiungsausschuss" Strommasten in Südtirol, doch die Autonomie, die der italienische Staat der deutschsprachigen Provinz 1972 gewährte und 1992 nochmals ausweitete, nahm den Separatisten Wind aus den Segeln. Seitdem Rom im Zuge der Finanzkrise mehr Geld fordert, werden die Rufe nach Unabhängigkeit oder Vereinigung mit Österreich wieder lauter.

Korsika

Mehrere Jahrzehnte verübten Separatisten Anschläge, bevorzugt auf Ferienhäuser von Festland-Franzosen. 2014 gab die Korsische Nationale Befreiungsfront (FLNC) bekannt, die Waffen niederzulegen. Die Inselregierung strebt heute nicht die Unabhängigkeit, allerdings mehr Autonomie an.

Bosnien

Nach dem Abkommen von Dayton sind Serben, Bosniaken und Kroaten in einem komplizierten Staatsgefüge nach Proporz an der Macht beteiligt. Obwohl die Serben ihre Teilrepublik autonom verwalten, wollen sie die Föderation verlassen.

Transnistrien

Beim Zerfall der Sowjetunion betrieben die in diesem Landesteil mehrheitlich lebenden Russen und Ukrainer die Sezession, weil sie die Dominanz der Moldawier, die Westanbindung Moldaus oder gar die Vereinnahmung durch Rumänien fürchteten. In Transnistrien sind russische Truppen stationiert.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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