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Bernd Haunfelder
Norbert Lammert wird 70 Jahre alt

Am 16. November wird Norbert Lammert (Foto) 70 Jahre alt. Unter den Bundestagspräsidenten, die das Amt besonders geprägt haben, nimmt Norbert Lammert fraglos einen Platz weit vorne ein. Sein von Unabhängigkeit bestimmter Führungsstil und seine geschliffene Rhetorik verliehen seinem Auftreten eine besondere Note. Lammert stammt aus Bochum, studierte dort und in Oxford von 1969 bis 1975 Politikwissenschaft, Soziologie, Neuere Geschichte und Sozialökonomie. 1972 legte er das Examen als Diplom-Sozialwissenschaftler ab und wurde 1975 promoviert. Beruflich engagierte sich Lammert danach als Dozent und Lehrbeauftragter in der Erwachsenen- und Weiterbildung bei verschiedenen Akademien, Stiftungen, Verbänden und Firmen. Zugleich trat der 2008 zum Honorarprofessor für Politikwissenschaft an der Universität Bochum Berufene mit Veröffentlichungen zur Parteienforschung und zu wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen in Erscheinung. 1966 trat Lammert der CDU bei. Er war von 1978 bis 1984 stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union in Westfalen-Lippe und stand von 1986 bis 2008 an der Spitze des CDU-Bezirksverbands Ruhr. 1980 wurde er erstmals in den Bundestag gewählt. Von 1989 bis 1998 war er Parlamentarischer Staatssekretär in verschiedenen Ministerien. 2002 wurde Lammert zum Vizepräsidenten des Bundestags gewählt. Vom 18. Oktober 2005 bis zum 24. Oktober 2017 amtierte er als Bundestagspräsident, der zwölfte in der Geschichte des Parlaments. Dass Mahnendes für die eigene Fraktion, einzelne Minister oder gar die Kanzlerin nicht immer bequem war, sei der Rolle geschuldet, die ein Parlamentspräsident gegenüber Regierung wie Fraktionen insbesondere zur Wahrung von Minderheitenrecht nun einmal habe, betonte Lammert. Auch diese Einstellung verschaffte ihm großen Respekt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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