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Aufgekehrt
Hans Krump
Die Ära der Elektroroller

Elektro, Elektro, Elektro, wo man auch hinschaut. Auch im Verkehr in deutschen Innenstädten. Dort tummeln sich immer mehr strombetriebene Gefährte wie E-Räder, E-Autos, Segways, Hoverboards oder E-Scateboards. Seit der Bundesrat den Plänen von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zugestimmt hat, breiten sich seit Juni hierzulande auch Elektro-Roller viral aus. Zur richtigen Plage sind diese E-Scooter, für die eigens eine Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung gilt, für viele mittlerweile geworden: Als Leih-Geräte, für die man Apps und QR-Codes braucht, beanspruchen sie in den Citylagen von Großstädten immer mehr Platz - auf Fußwegen, Plätzen, an Straßenrändern oder anderswo. Oft von ihren Benutzern nach der Kurzreise rücksichtslos platziert oder von Vandalen umgeworfen und demoliert. In Paris wurden E-Roller schon aus der Seine und vor San Francisco aus dem Meer gefischt.

Und dann die Fahrer, häufig Touristen, die oft gar nicht richtig umgehen können mit den wackeligen Elektro-Rollern. Immerhin können sie blitzschnell von Null auf die erlaubte Höchstgeschwindigkeit 20 km/h beschleunigen und ihre Lenker versuchen dann, Fußgänger und andere "Hindernisse" mehr oder weniger (un-)sicher zu umfahren. Schon hat es Verletzte gegeben, im Ausland gar schon Tote durch die Elektrorollerei. Aber im Land der Klimaängste könnten diese neuen Gefährte ihre Fans behalten. Kann doch so die "letzte Meile" etwa von der Haltestelle bis zur Arbeit elektrorollernd und energiesparend bewältigt werden, anstatt irgendwelche Luftverpester zu benutzen. Oder das ganze entpuppt sich als Hype, wo Erwachsene nur mal wieder Kind spielen wollten. Immerhin sind ja auch die fußgetretenen Kickboards mit ihren beschlipsten Managern aus der Mode gekommen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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