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Aufgekehrt
Sören Christian Reimer
Singularität des Saarlands

Dass das Saarland gemessen an Fläche und Bevölkerung übermäßig viel Einfluss auf die Politik hat, ist mit einem Blick ins Bundeskabinett eigentlich schon klar: Kramp-Karrenbauer. Maas. Altmaier. Verteidigung. Außen. Wirtschaft. Der Rest ist ohnehin Gedöns.

Kein Wunder also, dass dieser unbekannte Flecken Erde im Bundestag viel Interesse weckt, wie eine weltexklusive Datenanalyse zeigt: 17 Kleine Anfragen stellten die Abgeordneten in dieser Wahlperiode schon, die im Titel den Namen des Landes trugen. Das klingt nicht viel, relativ gesehen ist es das aber schon: Auf eine Saarland-Anfrage kommen in dieser Wahlperiode bisher rund 58.300 Saarländerinnen und Saarländer. Im Vergleich: Für das bevölkerungsreichste Bundesland NRW beträgt das Verhältnis 1:1.054.000.

Die Richtung ist klar: Im Jahr 2135 wird eine Anfrage pro 1.000 Saarländer gestellt worden sein. Das ist Fakt! (Unter den Voraussetzungen, dass die 991.000 Saarländerinnen und Saarländer unsterblich sind, sich nicht fortpflanzen und nicht wegziehen - oder sich das alles die Waage hält. Und dass sich niemand verrechnet hat.) Daraus ergibt sich, dass wir auf die Saarland-Singularität - eine Kleine Anfrage pro Saarländerin und Saarländer - zusteuern. Diese könnte voraussichtlich im April oder Mai des Jahres 121800 erreicht worden sein. Ob bis dahin die Maschinen samt Künstliche Intelligenz die von Technik-Philosophen befürchtete/erhoffte Singularität erreicht haben, zeigen die Daten nicht. Sollte es aber so sein, ist davon auszugehen, dass auch die Super-Intelligenz ob der menschlichen Geschichte viele Fragen haben wird. Vor allem zum Saarland.Sören Christian Reimer

Aus Politik und Zeitgeschichte

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