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Mouna Badem, 33 Jahre, Nörvenich (Kreis Düren), CDU

Ich bin mit 30 Jahren relativ spät in die CDU eingetreten. In der Jungen Union (JU) im Kreis Düren, in der ich aktiv bin, engagieren sich viele schon seit sie 14 sind. Für mich gab unser Hauskauf den Anstoß. Jetzt, wo klar ist, dass wir hier im Umkreis von Köln, wo ich als freie TV-Producerin tätig bin, bleiben und eine Familie gründen wollen, möchte ich meine Umgebung sinnvoll mitgestalten. Weil die CDU so kinderfreundlich und heimatverbunden ist und ihre Heimat zu einem lebenswerten Ort machen möchte, habe ich mich für diese Partei entschieden.

Mein politisches Interesse ist deutlich gewachsen, als sich 2015 in Deutschland die Stimmung aufheizte. Bei der Flüchtlingskrise hatte ich das Gefühl, viel beisteuern zu können, weil ich zwei Jahre alt war, als meine Familie von Marokko nach Deutschland eingewandert ist. Ich dachte: "Vielleicht hilft es manchen, die Dinge aus meiner Perspektive zu sehen." Deshalb habe ich mitdiskutiert. Ich wollte mitgestalten, nicht nur meine Meinung sagen und hoffen, dass andere etwas daraus machen.

Mir war und ist wichtig, zu vermitteln, dass Integration nicht von allein funktioniert und dass es entscheidend ist, Kinder zu integrieren. Damals hatte ich das Gefühl, dass sich viele überfordert fühlten und nicht wussten, wie sie helfen können. Das war verschwendetes Potenzial, denn je später man versucht, die Leute mitzunehmen, desto schwieriger ist es.

Neben der Integration bewegt mich - gerade mit Blick auf die junge Zielgruppe - das Thema Digitalisierung. Ich lebe auf dem Land, da kann man mit dem Handy nicht überall telefonieren und in einigen Regionen, die noch kein Breitband haben, ist das Homeoffice schwierig. Bei diesem Thema diskutiert man viel, hätte aber schon viel weiter sein können. Ich würde lieber ein paar Schritte in die falsche Richtung machen, als stehen zu bleiben und nicht dazu zu lernen.

Offene Diskussionen sind mir dabei ganz wichtig. Nur im Diskurs kommt man weiter. Die CDU ist so breit aufgestellt, da sind viele mit ihrer Meinung abgedeckt. Es heißt ja nicht umsonst "Volkspartei". Da sind Diskussionen wichtig - zwischen den einzelnen Gruppierungen aber auch zwischen den Generationen. Und zwar nicht nur zwischen den 30- und den 60-Jährigen, sondern auch schon zwischen den 18- und den 30-Jährigen. In unserer Nachbarstadt wurde mit der Aufstellung der Ratskandidaten für die Kommunalwahl noch gewartet, bis ein JU-Mitglied 18 geworden ist, damit er auch kandidieren kann. Im Gespräch mit ihm lerne ich immer wieder Dinge über die junge Sichtweise.

Die größte Stärke der CDU sehe ich gleichzeitig als eine Schwäche. Wenn man so viele Meinungen abdeckt, läuft man Gefahr, beliebig zu werden. Der Diskurs ist wichtig, wir müssen uns aber im nächsten Schritt auch einig werden. Neben Integration und Digitalisierung denke ich da auch an den Klimaschutz. Der lässt sich nicht aufschieben. Wenn ich zehn Jahre vorausschaue, sollten da schon die wichtigsten Sachen umgesetzt sein. Außerdem erhoffe ich mir vom nächsten Jahrzehnt einen guten Generationenwechsel innerhalb der CDU, der keinen Bruch entstehen lässt.

Aufgeschrieben von Anne Schröer

Die Autorin ist Redakteurin beim Medienhaus Aachen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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