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Sören Christian Reimer
Kurz Notiert

Rainer Barzel (CDU) Amtszeit 1983 - 1984

Der in Ostpreußen geborene Barzel (1924-2006) war von 1957 bis 1987 Mitglied des Bundestages, von 1964 bis 1973 Chef der Unionsfraktion und von 1971 bis 1973 CDU-Vorsitzender. 1972 scheiterte er mit einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt (SPD). 1983 wurde der Jurist zum Parlamentspräsidenten gewählt, behielt das Amt aber nur kurz, bevor er im Zusammenhang mit der Flick-Affäre 1984 zurücktrat.

Philipp Jenninger (CDU) Amtszeit 1984 - 1988

Dass eine missglückte Rede die Karriere beenden kann, musste Bundestagspräsident Jenninger 1988 erleben. Seine Ausführungen zum 50. Jahrestag der antijüdischen Novemberpogrome durch die Nationalsozialisten wurden missdeutet. Der Jurist aus Baden-Württemberg trat vom Amt zurück. Jenninger (1932-2018) war von 1969 bis 1990 Abgeordneter im Bundestag, dort unter anderem Mitglied im Haushaltsausschuss. 1982 wurde er Staatsminister im Kanzleramt und 1984 zum Bundestagspräsidenten gewählt. Sein Abgeordnetenmandat legte erzum Ende der Wahlperiode nieder.

Rita Süssmuth (CDU) Amtszeit 1988 - 1998

Nach Annemarie Renger gelangte mit Rita Süssmuth (84) die zweite Frau an die Spitze des Parlaments. Zuvor war die aus Nordrhein-Westfalen stammende Pädagogik-Professorin von 1985 bis 1988 Bundesfamilienministerin im Kabinett von Helmut Kohl (CDU). Von 1987 bis 2003 Mitglied des Bundestages, amtierte sie von 1988 bis 1998 als Präsidentin des Parlaments. In Süssmuths Amtszeit fielen die Wiedervereinigung und die Vorbereitung des Umzugs des Bundestages von Bonn nach Berlin.

Wolfgang Thierse (SPD) Amtszeit 1998 - 2005

Mit Thierse (77) wurde zum ersten Mal ein ehemaliger DDR-Politiker Bundestagspräsident. Zuvor Abgeordneter in der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer, kam der Kulturwissenschaftler am 3. Oktober 1990 in den Bundestag. Von 1990 bis 1998 war Thierse stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, Von 1998 bis 2005 Präsident des Bundestages. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem Parlament 2013 amtierte er als Vizepräsident.

Norbert Lammert (CDU) Amtszeit 2005 - 2017

2005 übernahm Lammert (72) das Amt des Bundestagspräsidenten, nachdem er zuvor drei Jahre lang Vizepräsident gewesen war. Lammert gehörte dem Bundestag seit 1980 an. Der Soziologe und Politikwissenschaftler war Staatssekretär in mehreren Ministerien sowie kulturpolitischer Sprecher der Unionsfraktion. 2017 schieder nach zwölf Jahren im Präsidentenamt aus dem Parlament aus. Seit 2018 leitet Norbert Lammert die Konrad-Adenauer Stiftung.

Wolfgang Schäuble (CDU) Amtszeit 2017 - 2021

Wolfgang Schäuble (79) ist der dienstälteste Abgeordnete der deutschen Parlamentsgeschichte: Seit 1972 gehört er als stets direkt gewählter Abgeordneter dem Bundestag an, dessen Präsident er seit 2017 ist. 1984 bis 1991 erst Kanzleramts-, dann Bundesinnenminister, war er danach bis ins Jahr 2000 Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion sowie seit 1998 zugleich CDU-Parteichef. 2005 bis 2009 leitete er erneut das Bundesinnenministerium. Anschließend stand er bis 2017 an der Spitze des Finanzressorts. Bei einem Attentat am 12. Oktober 1990 wurde Wolfgang Schäuble schwer verletzt. Er sitzt seitdem im Rollstuhl.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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