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Monarchien Europas

Königreich Schweden

Seit 1973 sitzt König Carl XVI. Gustaf aus dem Hause Bernadotte auf dem schwedischen Thron. Seine Aufgaben innerhalb der parlamentarischen Monarchie sind rein repräsentativ. Im Gegensatz zu anderen Monarchen in Europa unterzeichnet er keine Gesetze, ernennt nicht die Regierung und vertritt Schweden auch nicht völkerrechtlich.

Königreich Norwegen

Seit 1991 ist Harald V. aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg König und Staatsoberhaupt von Norwegen. In der konstitutionelle Monarchie nimmt er vor allem repräsentative Aufgaben war. Formal bestätigt er die Regierung, leitet die Sitzungen der Regierung und eröffnet das Parlament. Laut Verfassung verfügt er auch über ein Veto-Recht gegen verfassungswidrige Beschlüsse der Regierung.

Königreich Dänemark

Margrethe II. aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg ist seit 1972 Königin und Staatsoberhaupt Dänemarks. Innerhalb der parlamentarischen Monarchie übernimmt sie vor allem repräsentative Aufgaben. Gemäß der Mehrheitsverhältnisse im Parlament ernennt und entlässt sie den Ministerpräsidenten. Gesetze bedürfen ihrer Unterschrift.

Königreich der Niederlande

Seit 2013 ist Willem-Alexander aus dem Haus Oranien-Nassau König und Staatsoberhaupt. Zum Königreich der Niederlande gehören auch die autonomen Karibikinseln Aruba, Bonaire, Curacao, Sint Marten, Sint Eustatius und Saba. Der König ist Mitglied der Regierung, nimmt aber nicht an deren Sitzungen teil. Er kann das Parlament auflösen und Gesetze bedürfen seiner Unterschrift. Dies muss jedoch von einem Minister gegengezeichnet werden.

Königreich Belgien

Seit 2013 ist Philippe aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha König der Belgier und Staatsoberhaupt. Verfassungsrechtlich gehört Belgien zu den konstitutionellen Monarchien, ist de facto aber eine parlamentarische. Der König ist formal Teil der Regierung. Er ernennt Minister und unterzeichnet Gesetze. Letzteres bedarf aber der Gegenzeichnung durch einen Minister.

Großherzogtum Luxemburg

Staatsoberhaupt und Großherzog von Luxemburg ist seit 2000 Henri von Nassau. Formal ernennt und entlässt er die Regierung und kann das Parlament auflösen. Faktisch übernimmt er aber ausschließlich repräsentative Aufgaben wahr. Als er sich 2008 weigerte, das Sterbehilfegesetz zu unterzeichnen, wurde die Verfassung geändert. Seitdem darf er Gesetze nur noch verkünden.

Fürstentum Liechtenstein

Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein hat in der konstitutionellen Monarchie eine machtvolle Stellung, die durch eine Verfassungsnovelle per Volksabstimmung 2003 noch einmal gestärkt wurde. Er kann das Parlament jederzeit "aus erheblichen Gründen" auflösen. Zudem kann er ohne die Zustimmung des Parlaments die Regierung entlassen und über Notverordnungen selbst regieren. Zudem führt er den Vorsitz des Richterauswahlgremiums, das die Richter dem Parlament zur Wahl vorschlägt. In diesem Gremium hat der Fürst ein Vetorecht. Das Volk kann umgekehrt dem Fürsten das Misstrauen aussprechen. Über seine Absetzung entscheiden aber die stimmberechtigten Mitglieder des Fürstlichen Hauses, deren Vorsitzender er selbst ist. Die Regierungsgeschäfte führt seit 2004 sein Sohn, Erbprinz Alois.

Fürstentum Monaco

Seit 2005 ist Albert II. regierender Fürst des Stadtstaates. In der konstitutionellen Monarchie hat er eine machtvolle Position inne. Er kann jederzeit das Parlament auflösen und Neuwahlen herbeiführen und er ernennt den Regierungschef.

Vatikanstaat

Der Staat Vatikanstadt ist die letzte absolute Monarchie Europas. Der von den Kardinälen auf Lebenszeit gewählte Papst, derzeit Franziskus, ist nicht nur geistliches Oberhaupt der Katholischen Kirche, sondern laut Verfassung auch Inhaber der legislativen, exekutiven und judikativen Gewalt im Vatikanstaat.

Zum Vereinten Königreich siehe die Seiten 1 bis 3, zum Königreich Spanien Seite 5.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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