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VOR 30 JAHREN ...
Benjamin Stahl
Mehr Licht am Sommerabend

6. April 1980: Sommerzeit eingeführt

Vor wenigen Tagen war es wieder soweit: Die Uhren wurden eine Stunde vorgestellt, in ganz Europa gilt nun wieder die Sommerzeit. Einheit in Sachen Zeitumstellung gab es aber nicht immer. So drehen die Franzosen schon seit 1976 zweimal jährlich an der Uhr. Die Bundesrepublik zog erst Jahre später nach - am 6. April 1980 tickten die Uhren auch in der BRD nach der Sommerzeit.

Dabei passierte bereits 1978 das sogenannte Zeitgesetz den Bundestag, das der Regierung erlaubte, die Sommerzeit einzuführen. Da in vielen Ländern Europas die Regelung schon galt, waren sich die Abgeordneten einig, dass deren Einführung in der BRD sinnvoll sei. Doch schon in der Debatte wurde deutlich, warum man sich damit noch Zeit lassen wollte: Da sich die DDR weigerte, bei der neuen Zeitzählung mitzumachen, warnte der CDU-Abgeordnete Werner Broll vor der Gefahr, dass Deutschland auch "in der Zeit geteilt" sein könnte. Innenstaatssekretär Andreas von Schoeler (FDP) kündigte daher an, man werde "Entscheidungen zu gegebener Zeit insbesondere daran ausrichten, wie ein größtmögliches Maß an zeitlichem Gleichlauf in Mitteleuropa - insbesondere mit der DDR und in Berlin - erreicht werden kann". Erst als die DDR 1979 einlenkte, stand der deutschen Sommerzeit nichts mehr im Wege.

Dass die Regelung zu Energiesparzwecken nach der Ölkrise eingeführt wurde, gilt für Deutschland übrigens nicht. Vielmehr ging es um die Anpassung an die europäischen Nachbarn und, wie Broll sagte, "darum, dass Menschen im Sommer am Abend etwas mehr Tageszeit für Dinge haben, die sie gern tun möchten".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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