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Christoph Birnbaum
Angelesen

Alarm, Alarm! Diesmal schafft Deutschland sich nicht à la Sarrazin selbst ab, sondern wird "ausverkauft". Schuld daran, so die These des Journalisten Constantin Schreiber sind ausländische Investoren. Vor allem "Araber, Russen, Inder und Chinesen". Sie würden "Deutschland übernehmen, deutsches Know-how aufkaufen, Produktionsstandorte schließen und am Ende Massenarbeitslosigkeit über das Land zu bringen.

Schreiber sieht so überall sinistre Gestalten: Mafiöse Russen, die Chinesen als "Big Brother", Inder, die vornehmlich in Textilien und in Software machen, und Araber, die mit Geld nur so um sich schmeißen, um sich für die Zeit nach dem Öl-Boom abzusichern. Ihnen gegenüber steht ein dekadenter, unfähiger Westen, in dem geldhungrige Unternehmensberater deutsche Paradefirmen verkaufen, Manager natürlich "Nieten in Nadelstreifen" sind und jeder, der irgendwie kann, schon bald auswandert.

Nein, Schreibers Thesen sind mehr als einseitig und haben wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Und was Deutschland am allerwenigsten gebrauchen kann, ist ein neuer angstvoller Protektionismus.

Constantin Schreiber:

Ausverkauf Deutschland. Wie ausländische Investoren unser Land übernehmen.

Econ Verlag, Berlin 2010, 286 S., 18 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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