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Helmut Stoltenberg
»Homosexuelle Jugendliche stärken«

FAMILIE

Die Grünen-Fraktion dringt auf eine Stärkung homo- und transsexueller Jugendlicher. Schwule und lesbische Jugendliche sollten "selbstbestimmt, angst- und diskriminierungsfrei leben können", heißt es in einem Antrag der Fraktion (17/4546), der am vergangenen Donnerstag erstmals auf der Tagesordnung des Bundestagsplenums stand. Darin verweist die Fraktion darauf, dass trotz gesellschaftlicher und gesetzlicher Fortschritte in Teilen der Gesellschaft weiterhin Vorurteile gegenüber gleichgeschlechtlichen Jugendlichen bestünden. Die Bundesregierung soll dem Antrag zufolge ein "Paket an Präventionsstrategien" entwickeln, "um die dramatisch hohen Zahlen von Mobbing, Gewalt und Suizidversuchen homosexueller sowie transsexuellerJugendlicher zu senken". Auch soll sie laut Vorlage unter anderem gemeinsam mit den Ländern ein Maßnahmenpaket zur Stärkung dieser Jugendlichen in Bildungs- und Jugendeinrichtungen auf den Weg bringen.

Für den Grünen-Abgeordnete Kai Gehring müssen schwule und lesbische Jugendliche "als selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft anerkannt werden". Die SPD-Parlamentarierin Christel Humme gab zu Protokoll, man müsse durch aufeinander abgestimmte Präventionsstrategien dafür sorgen, dass homosexuelle Jugendliche "nicht länger mit Ablehnung und Hass konfrontiert werden".

Für die Linksfraktion forderte die Abgeordnete Barbara Höll "schnelle Maßnahmen der Bundesregierung auch und gerade im Bildungsbereich durch eine enge Zusammenarbeit mit den Bundesländern". Florian Bernschneider (FDP) verwies indes darauf, dass viele der Grünen-Forderungen in den Zuständigkeitsbereich der Länder fielen, die man "in die Verantwortung nehmen" müsse. Auch Peter Tauber (CDU/CSU) zufolge fallen Fragen zur Akzeptanz homosexueller Jugendlicher an Bildungseinrichtungen nicht in den Zuständigkeitsbereich der Bundesregierung.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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