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VOR 55 JAHREN ...
Benjamin Stahl
Eine Armee für die DDR

1. März 1956: NVA gegründet

Die Reaktion der SED-Führung ließ nicht lange auf sich warten: Nur wenige Wochen, nachdem Verteidigungsminister Theodor Blank (CDU) am 12. November 1955 den ersten 101 freiwilligen Bundeswehrsoldaten ihre Ernennungsurkunden übergeben hatte, wurde auf der anderen Seite der Mauer die Wiederbewaffnung beschlossen. Am 18. Januar 1956 verabschiedete die Volkskammer das Gesetz zur Bildung der Nationalen Volksarmee (NVA). Die ersten Soldaten traten ihren Dienst am 1. März 1956 an. Am gleichen Tag nahm auch das neue Ministerium für Verteidigung unter Willi Stoph seine Arbeit auf.

Was das DDR-Regime als Reaktion auf den Aufbau der Bundeswehr und die Nato verkaufen wollte, war allerdings eine Idee, die schon länger in den Köpfen der Machthaber reifte: "Zur Sicherung unseres Friedenskampfes und des sozialistischen Aufbaus in der Deutschen Demokratischen Republik gegenüber den Aggressionsakten vom Westen müssen wir Maßnahmen zur Stärkung unserer Republik, zur Festigung und Verteidigung ihrer Grenzen, ihrer demokratischen Ordnung und Gesetzlichkeit ergreifen", forderte beispielsweise SED-Generalsekretär Walter Ulbricht schon 1952.

Waffen erhielten die NVA-Soldaten, die sich anfangs aus Freiwilligen rekrutierten, aus der UdSSR. Bis 1962 erreichte die NVA eine Stärke von 85.000 Mann. Zu wenig, fand das Regime: 1962 führte die DDR die Wehrpflicht ein. Im Jahr des Mauerfalls zählte die NVA 173.000 Soldaten. Am 2. Oktober 1990, einen Tag vor dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes, wurde die NVA aufgelöst.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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