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Aus Plenum und Ausschüssen
Alexander Weinlein
»Gorch Fock« soll wieder segeln

VERTEIDIGUNG

Der Ausbildungsbetrieb auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" der Marine soll wieder aufgenommen werden. Dafür sprachen sich die Obleute der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen nach der nichtöffentlichen Sitzung des Verteidigungsausschusses am vergangenen Mittwoch aus. Lediglich die Fraktion Die Linke lehnte dies ab.

Die Ausbildung auf der "Gorch Fock" war nach dem tödlichen Unfall einer Seekadettin am 7. November vergangenen Jahres im brasilianischen Hafen Salvador da Bahia und wegen Berichten über Schikanen, sexuelle Belästigungen und menschenverachtende Rituale zunächst eingestellt worden. Die 25-jährige Offiziersanwärterin war während der Ausbildung aus der Takelage des dreimastigen Schiffs gefallen.

Das Verteidigungsministerium legte dem Ausschuss in der vergangenen Woche seinen Abschlussbericht über die Untersuchungen zu den Vorfällen auf der "Gorch Fock" vor. Er fasst die Ergebnisse der Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Kiel, des Beauftragten für Havarieuntersuchungen der Marine und der Untersuchungskommission des Marineamts zusammen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sei kein für den tödlichen Unfall ursächliches Fehlverhalten des damaligen Schiffs- kommandanten Norbert Schatz und der Stammbesatzung festgestellt worden. Allerdings benenne der Bericht Mängel und Versäumnisse in der Planung und Durchführung der Ausbildung sowie bei der Dienstaufsicht.

Der Abschlussbericht beinhaltet zudem neue Vorgaben für die Ausbildung in der Marine und an Bord der "Gorch Fock". Kapitän zur See Norbert Schatz, der vom damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) von seinem Kommando entbunden worden war, wird allerdings nicht mehr auf das Segelschulschiff zurückkehren. Nach Angaben des Ministeriums hat er nach Vorliegen aller Untersuchungsergebnisse um seine endgültige Versetzung gebeten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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