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Annette Sach
Kein Castor-Verbot

GORLEBEN I Antrag wurde abgelehnt

Der geplante Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben findet statt. Die Regierungskoaliton lehnte am vergangenen Donnerstag einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen (17/7677) und einen Antrag der Linken (17/7634) ab. Beide hatten gefordert, den Transport abzusagen, weil der Strahlenwert von 0,3 Millisievert pro Jahr überschritten werden könnte.

Vorausgegangen war ein Streit um unterschiedliche Messwerte, die von verschiedenen Einrichtungen am Zaun des Zwischenlagers gemacht worden waren. Maria Flachsbarth (CDU) erklärte, es habe zusätzliche Messungen gegeben. Alle diese Überprüfungen hätten ergeben, dass eine Überschreitung des Grenzwertes "auch bei der Einlagerung der Castoren aus La Hague wohl nicht zu erwarten ist", sagte die Vorsitzende des Gorleben-Untersuchungsausschusses. "Es ist eben nicht unbestritten, dass diese Messungen stimmen", konterte daraufhin Kirsten Lühmann (SPD). Es gebe Messungen, die zeigten, wenn zusätzliche Castor-Behälter eingelagert würden, "dann droht diese Zahl überschritten zu werden".

Angelika Brunkhorst (FDP) hob hervor, dass man bei der Rücknahme der Brennelemente in der Verantwortung stehe: "Wir sind zur Rücknahme des deutschen Atommülls rechtlich, aber vor allen Dingen auch moralisch verpflichtet", sagte sie.

Für Dorothée Menzner (Die Linke) ist die Tatsache, dass bei einer Belegung mit 102 der 420 geplanten Stellplätze für die Behälter die Einhaltung von Grenzwerten fraglich ist, fahrlässig.

Für die Grünen erklärte Sylvia Kotting-Uhl: Wer sich mit der Geschichte von Gorleben befasse, treffe auf das Prinzip: "Was nicht passend ist, wird passend gemacht. Oder es werde, solange gemessen, bis es passt."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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