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Alexander Weinlein
Soldaten sollen frei telefonieren

BUNDESWEHR

Deutschlands Soldaten in Auslandseinsätzen sollen kostenlos mit der Heimat telefonieren können. Dies fordern alle Fraktionen des Bundestages. Bislang waren nur 30 Minuten pro Woche kostenfrei. Der Bundestag überwies am vergangenen Donnerstag einen entsprechenden überfraktionellen Antrag der CDU/CSU, SPD, FDP und von Bündnis 90/Die Grünen (17/8895) sowie einen Antrag der Linksfraktion (17/8795) zur weiteren Beratung in die Ausschüsse.

Nachbesserungen bei den Kommunikationsmöglichkeiten in Auslandseinsätzen fordern die Fraktionen auch für die Videotelefonie. Übereinstimmend setzen sie sich dafür ein, dass die Unterkünfte mit den notwendigen technischen Voraussetzungen ausgestattet werden. Dabei sei zu beachten, dass die Privatsphäre der Soldaten während eines Videotelefonats zu schützen sei.

Die Fraktionen begründen ihren Antrag mit der besonderen Bedeutung der Kommunikation der Soldaten mit ihren Familien. Dies trage wesentlich zur Motivation und Einsatzbereitschaft der Soldaten sowie zur Vermeidung von stressbedingten Belastungsstörungen bei.

Während die Linksfraktion in ihrem Antrag zusätzlich eine prinzpiell kostenfreie Nutzung des Internets für die Soldaten fordert, wollen die anderen Fraktionen zunächst die Kosten durch die Bundesregierung prüfen lassen. Dem Verteidigungsausschuss soll dann ein Konzept zur Umsetzung und Finanzierung vorgelegt werden.

Freuen dürfen sich über die beiden Anträge nicht nur die davon proftierenden Soldaten und deren Angehörige, sondern auch der Wehrbeauftragte Hellmut Könisghaus. Der hatte in seinen vergangenen zwei Jahresberichten auf eine Verbesserung der Kommuniktionsmöglichkeiten aus den Einsatzgebieten in die Heimat gedrungen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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