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Alexander Heinrich/Tatjana Heid
Wassermangel soll bekämpft werden

ENTWICKLUNG

Der Wassersektor soll als Schwerpunktbereich der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ausgebaut werden. Das hat der Bundestag am vergangenen Donnerstag beschlossen. Grundlage war ein Antrag der Koalitionsfraktionen (17/9153), der sich für Lösungen bei der sich abzeichnenden globalen Wasserknappheit einsetzt. Bereits heute lebten 1,6 Milliarden Menschen mit Wasserknappheit, schreiben die Fraktionen in ihrem Antrag. Bis 2025 werde sich diese Zahl womöglich verdoppeln, über 80 Prozent der dann Betroffenen würden in Entwicklungsländern leben. In ihrem Antrag fordern die Abgeordneten die Bundesregierung zudem dazu auf, beim Rio+20-Prozess dafür einzutreten, wirksame Maßnahmen gegen Wasserknappheit zu vereinbaren und beim IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) und UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) die absehbare Süßwasserknappheit als Folge des Klimawandels bei den notwendigen Anpassungsverfahren verstärkt zu beachten.

In den ärmeren Regionen seien die Folgen der Wasserknappheit "häufig verheerend", sagte Helmut Heiderich (CDU). Deswegen müsse Deutschland nun aktiv werden und Maßnahmen ergreifen. Dazu seien verstärkte Investitionen in moderne Methoden der Landwirtschaft und eine weltweit effizientere Wassernutzung notwendig, führte die entwicklungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christiane Ratjen-Damerau, aus. Die knappen Wasser- und Bodenressourcen müssten produktiv und schonend genutzt werden, betonte sie weiter.

Die Oppositionsfraktionen lehnten den Antrag ab. Die SPD-Fraktion etwa vermisste das Problem des Water Grabbing und den Bereich industrielle Produktion. "So schön Ihr Antrag in der Beschreibung ist: Worte helfen nicht", meinte ihr Entwicklungsexperte Sascha Raabe.

Dieser Kritik schlossen sich Grünen an. Die in dem Antrag erwähnten Lösungsvorschläge enthielten "viel moderne Technologie, aber die dahintersteckende Denke basiert auf einer völlig veralteten Technologiegläubigkeit", konstatierte Uwe Kekeritz, Sprecher für Gesundheit in Entwicklungsländern.

Niema Movassat (Die Linke) kritisierte, dass der Antrag zu stark auf die Privatwirtschaft setze. Zudem müsse die Wirtschafts- und Lebensweise der Nordhalbkugel, die "zu einem großen Teil für den Wassermangel im Süden verantwortlich ist", stärker beachtet werden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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