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Karl-Otto Sattler
Sorge um IT-Nachwuchs

Wachstums-Enquete

Die Forderung nach einer Stärkung der Innovationskraft von Unternehmen und Gesellschaft prägte vergangene Woche die Sitzung der Enquetekommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität". Aus Sicht von Bernhard Rohleder muss vor allem der Fachkräftemangel in der IT-Branche angegangen werden. Der Hauptgeschäftsführer von Bitkom, des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, kritisierte zudem veraltete Infrastrukturen, fehlendes Risikokapital und eine mangelhafte Forschungsförderung als Hemmnisse, die einer innovativen Weiterentwicklung der Wirtschaft entgegenstehen. "Firmen, die innovativ sind, sind auch ökonomisch erfolgreich", betonte Birgit Blättel-Mink. Für die Soziologin von der Uni Frankfurt/Main müssen Erneuerungsprozesse in den Unternehmen darauf ausgerichtet sein, nachhaltige Innovationen auf den Weg zu bringen, die zur Entkoppelung des Ressourcenverbrauchs vom Wachstum und zur Stärkung einer Kreislaufwirtschaft beitragen.

Rohleder sagte, in der deutschen IT-Branche fehlten Fachkräfte wie auch international erfahrene Manager. 38.000 Plätze für Hochqualifizierte seien derzeit nicht besetzt, was den Umsatz um 1,5 Milliarden Euro drücke. Der Bitkom-Vertreter warb dafür, im Schulunterricht und in der Lehrerausbildung der IT-Kompetenz mehr Gewicht zu geben. Die Zuwanderungspolitik müsse "modernisiert" werden, Deutschland solle für ausländische Experten etwa aus Indien "attraktiver" werden. Es gelte, Frauen und Ältere verstärkt dafür zu motivieren. z

Aus Politik und Zeitgeschichte

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