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VOR 10 JAHREN ...
Benjamin Stahl
Knapper Sieg für Schröder

22. Oktober 2002:

Steinmeier, Steinbrück oder Gabriel - lange wurde spekuliert, wen die SPD bei der Bundestagswahl 2013 gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Rennen schickt. Nun ist klar, Peer Steinbrück soll erreichen, was einem Sozialdemokraten vor zehn Jahren zuletzt gelang:

Am 22. Oktober 2002 wählte der Bundestag Gerhard Schröder zum Bundeskanzler. Dabei sah es vor der Wahl lange nicht danach aus, dass der damals 58-Jährige im Amt bestätigt werden würde. Denn beherrschendes Wahlkampfthema war die hohe Arbeitslosigkeit. Hatte Schröder in seiner Regierungserklärung 1998 noch betont, man wolle sich "daran messen lassen, in welchem Maße wir zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beitragen", war auch 2002 noch keine Verbesserung eingetreten: Weiterhin waren über vier Millionen Deutsche ohne Job. Doch dann kamen die Flut und der Irakkrieg. Schröders schnelles Handeln angesichts der Naturkatastrophe in Ostdeutschland und sein kategorisches Nein zu einem deutschen Militäreinsatz gegen Saddam Hussein ließ die rot-grüne Koalition in der Wählergunst steigen. Knapp setzte sich die SPD schließlich gegen die Union mit ihrem Spitzenkandidaten Edmund Stoiber (CSU) durch. Der Vorsprung der Sozialdemokraten betrug am Ende nur 6.027 Stimmen, beide Lager holten 38,5 Prozent. Dass Schröder mit 305 der 599 abgegebenen Stimmen wieder gewählt wurde, lag einerseits an den drei Überhangmandaten, die die SPD mehr als die Union hatte - und vor allem am starken Abschneiden der Grünen, die acht Abgeordnete mehr als die FDP ins Parlament schickten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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