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Götz Hausding
Daheim statt Heim

Nina Waskowski

"Eine Auszeichnung? Das ist ein Termin mehr im Kalender." Nina Waskowski sagt, was sie denkt. Auch wenn es um die Frage geht, wie sie die Einladung zur Veranstaltung "Menschen mit Behinderung im Deutschen Bundestag" bewertet. Und auch die Tatsache, dass sie bei dieser Gelegenheit mit vielen Bundespolitikern, die sich in der Behindertenbelangen engagierenn, sprechen kann, lässt die Potsdamerin erst einmal nicht in übermäßige Begeisterung ausbrechen. "Wir kennen uns ja alle schon lange und reden immer rauf runter. Es sind ja doch immer wieder dieselben, die sich da treffen", antwortet sie locker. Die Durchführung einer solchen Veranstaltung bewertet sie grundlegend jedoch als positiv.

Die 34-Jährige, die aufgrund ihrer Sehbehinderung zu 100 Prozent behindert eingestuft ist, engagiert sich selbst auf vielen Feldern für die Belange von Menschen mit Handicap. Beruflich zum Beispiel als Mitarbeiterin im Büro des behindertenpolitischen Sprechers der Linken-Landtagsfraktion in Brandenburg, Jürgen Maresch, aber auch ehrenamtlich als Brandenburger Ansprechpartnerin der Bundesinitiative "Daheim statt Heim". Ziel ihrer Bemühungen: Die Menschen mit Behinderungen sollten unabhängig von Einkommen und Vermögen die Assistenzleistungen bewilligt werden, die sie brauchen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Und dann gibt es da noch den sogenannten Quotenkutter. "Ich mach' eben auch bei vielem Blödsinn mit", erklärt Nina Waskowski. Der Quotenkutter ist nichts anderes als ein Kanu, in dem Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam paddeln. In diesem Jahr haben sie nun schon zum zweiten Mal bei den Potsdamer Wasserspielen teilgenommen. Nina Waskowski hatte die Idee dazu. Mit an Bord war 2012 auch der Behindertenbeauftragte des Landes Brandenburg, Jürgen Dusel. "So etwas macht Spaß, zeigt aber auch, dass Menschen mit Behinderungen selbstverständlich etwas leisten können und dazugehören", findet Nina Waskowski.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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