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Götz Hausding
Erfolgreicher Vermittler

Karl-Heinz Miederer

Über Inklusion wird viel geredet. Wie aber Inklusion in der Arbeitswelt funktioniert, weiß Karl-Heinz Miederer. Das von ihm 1998 in Erlangen gegründete Unternehmen Access bringt Menschen mit Behinderung in Arbeit. "Wir sind damit erfolgreich, weil wir die Wirtschaft und die Arbeitgeber davon überzeugen, dass die Beschäftigung behinderter Menschen für sie Sinn macht", sagt Karl-Heinz Miederer. Gelingt ihm das so gut, weil er selber auch im Rollstuhl sitzt? Mag sein, dass das manchmal einen kleinen Vertrauensvorschuss bringt, überlegt er. Andererseits sei der überwiegende Teil der Angestellten, die auch für die Akquise verantwortlich sind, "höchstens durch eine Brille behindert". Wie lautet dann das Erfolgsrezept? "Wir haben einfach Mitarbeiter, die motiviert sind und einen guten Job machen", stellt Miederer fest.

Zwei Dinge seien von besonderer Bedeutung, wenn man auf die Wirtschaft zugeht, sagt der Access-Geschäftsführer: "Wir begleiten unsere schwerbehinderten Kunden in den Betrieben, damit der Kontakt zu den Mitarbeitern im Unternehmen entsteht und klar wird, ob die Arbeit von einem Behinderten gemacht werden kann oder nicht." Ebenso wichtig ist das Thema Jobcoaching. Weder die Angestellten im Unternehmen noch die behinderten Kunden der Agentur dürften allein gelassen werden. "Man sollte im Betrieb präsent sein und üben. Zumindest solange, bis die Aufgaben bewältigt werden", sagt Miederer.

Über die Einladung in den Bundestag hat sich der 53-Jährige sehr gefreut. Auch weil sich so die Gelegenheit bot, einen Appell an die Politiker zu richten. "Behinderte Menschen müssen in die Angelegenheit, die sie betreffen noch besser einbezogen werden", verlangt er. Außerdem müsse die Wirtschaft stärker mit dem Thema in Kontakt gebracht werden. "Gute Beispiele sollten transportiert und Netzwerke aufgebaut werden", sagt Miederer. Denn was in Erlangen geht, kann auch im Rest der Republik funktionieren, davon ist er überzeugt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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