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Thomas von Winter
Neues Berufsbild

GESUNDHEITSPOLITIK Bessere Ausbildung für Notfallsanitäter

Im Rettungswesen arbeiten Notärzte mit Rettungshelfern, Rettungssanitätern und Rettungsassistenten zusammen. Letztere erhalten durch ein Gesetz, über das der Bundestag vergangene Woche abschließend beraten hat, eine längere Ausbildung und die neue Berufsbezeichnung "Notfallsanitäter". Das Ziel der Novelle, das Rettungsassistentengesetz von 1989 zu reformieren, wurde von allen Fraktionen begrüßt.

"Mehr Kompetenz"

Nach Ansicht von Lothar Riebsamen (CDU) waren die Rettungsassistenten bisher "mit dem Dilemma konfrontiert, helfen zu müssen, ohne hierfür ausreichend ausgebildet und damit auch abgesichert zu sein." Jens Ackermann (FDP) machte deutlich, was durch das neue Gesetz anders wird: Die Notfallkompetenz werde "in eine Regelkompetenz umgewandelt". Und weiter: "Wir beseitigen damit eine Grauzone in der Notfallversorgung." Auch Mechthild Rawert (SPD) bewertet die Gesetzesänderung im Grunde positiv: "Geschaffen wird ein neues Berufsbild, von dem alle profitieren", die im Rettungswesen Tätigen ebenso wie die Patienten. Sie kritisiert aber, dass die Rechtlage für die Notfallsanitäter vor Ort bis zum Eintreffen eines Notarztes unklar bleibe. Kathrin Vogler (Die Linke) sieht dies ähnlich: "Hier macht die Koalition zwei Schritte nach vorne und gleich wieder zwei Schritte rückwärts." Auch aus Sicht von Harald Terpe (Bündnis 90/Die Grünen) sind "die heilkundlichen Maßnahmen, die Notfallsanitäter eigenständig übernehmen sollen, sehr unklar definiert". Der Gesetzentwurf wurde mit der Koalitionsmehrheit angenommen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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