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Alexander Weinlein
Barenboims Dank und Bitte

KULTUR

Der Bau der Barenboim-Said-Akademie in Berlin soll definitiv bis zum Jahr 2016 abgeschlossen werden und die veranschlagten Baukosten von rund 30 Millionen Euro nicht überschreiten. Dies betonte der Geschäftsführer der Akademie, der ehemalige Kulturstaatsminister Michael Naumann (SPD), am Donnerstag vor dem Kulturauschuss. Zusammen mit dem Star-Dirigenten und Akademie-Gründer Daniel Barenboim informierte er den Ausschuss über die Konzeption der Akademie, die im ehemaligen Magazin-Gebäude der Berliner Staatsoper entsteht. Der Bund beteiligt sich mit 20 Millionen Euro an den Baukosten

An der Akademie sollen bis zu 90 Stipendiaten aus den Ländern des Nahen Ostens für jeweils zwei Jahre unterrichtet werden, erläuterte Barenboim. Damit werde die völkerverbindende und friedenschaffende Tradition des West-östlichen Divan Orchesters fortgeführt, das sich aus Musikern aus Israel, Ägypten, Palästina, Jordanien, Syrien und dem Libanon zusammensetzt.

Naumann und Barenboim dankten dem Bundestag ausdrücklich für die finanzielle Beteiligung des Bundes und warben zugleich für ein dauerhaftes Engagement. In diesem Sinne äußerten sich auch verschiedene Ausschuss-Mitglieder. So hieß es aus den Reihen der FDP, der Bund solle sich an den jährlichen Betriebskosten beteiligen. Diese bezifferte Naumann auf 4,5 Millionen Euro. Die Union lobte das Wirken Barenboims und seine Akademie als herausragendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, das der Staat unterstützen sollte. Auch die Linksfraktion bezeichnete das Ziel der Akademie, sich für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen, als eine "nationale Aufgabe". Großes Lob und Anerkennung für die Arbeit Barenboims sprachen auch SPD und Grünen aus.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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