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Alexander Weinlein
Grüne: Mehr Hilfe für Queere

FAMILIE

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert mehr Unterstützung für sogenannte queere Jugendliche. In einem Antrag (17/12562), den der Bundestag am vergangenen Donnerstag in erster Lesung in die Ausschüsse überwies, fordert sie die Bundesregierung auf, einen nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie vorzulegen und auf die Bundesländer einzuwirken, entsprechende Aktionspläne auch auf Länderebene aufzustellen. Nach Ansicht der Grünen werden Jugendliche, "die ein Coming-out als Lesbe, als Schwuler oder als Trans durchlaufen oder ihre Intersexualität entdecken", in der Gesellschaft häufig diskriminiert. Für viele Jugendliche verlaufe ihr Coming-out im Elternhaus, in der Schule und im Freundeskreis problematisch. Sie seien deshalb signifikant stärker selbstmordgefährdet als ihre heterosexuellen Altersgenossen. Die Grünen fordern spezialisierte Beratungsstellen für queere Jugendliche sowie Aus- und Weiterbildungsprogramme für Lehrkräfte und Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe zu dieser Problematik. Zudem müsse geprüft werden, wie eine ausreichende Zahl von Notunterkünften für von Obdachlosigkeit bedrohte queere Jugendliche bereitgestellt werden können. Die Grünen sprechen sich ferner für ein Verbot von geschlechtszuweisenden Operationen an minderjährigen intersexuellen Menschen ohne deren ausdrückliche Einwilligung aus.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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