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Götz Hausding
Mehr miteinander reden

SPORT Bessere Kommunikation für sichere Stadien gefordert

Im Interesse der Sicherheit der Besucher von Fußballstadien in Deutschland ist eine verbesserte Kommunikation zwischen Verbänden, Vereinen, Fans und Polizei unabdingbar. In dieser Einschätzung waren sich die zu einer von Innen- und Sportausschuss gemeinsam veranstalteten Anhörung geladenen Experten vergangene Woche einig. Unterschiedliche Ansichten zeigten sich indes bei der Frage, wer für den derzeitigen Mangel an Kommunikation verantwortlich ist. Daniel Nowara, Sprecher der Fanorganisation "Unsere Kurve" kritisierte die Deutsche Fußballiga (DFL), die Dachorganisation der Vereine der 1. und 2. Bundesliga, für ihr 2012 verabschiedetes Sicherheitskonzept. Darin würden den Fans bei Fehlverhalten Strafen angedroht, die Kommunikation als "größte Präventiv- und Problemlösungsmaßnahme" werde jedoch "komplett ignoriert".

Kritik an Fangruppen

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig sagte dagegen, über die Vereine habe man sehr wohl die Kommunikation mit den Fans auf den Weg gebracht. Rettig kritisierte wiederum bestimmte Fan-gruppen, die zwar auf der einen Seite einen Dialog einforderten, aber andererseits nicht mit "Uniformträgern" sprächen.

Hendrik Große-Lefert, Sicherheitsbeauftragter beim Deutschen Fußballbund (DFB), verwies unter anderem auf die Investitionen von DFB und DFL in die Fanarbeit. Er machte zudem deutlich, dass es beim Thema Pyrotechnik aus Sicht des DFB keinen Spielraum gebe. Man werde "hier definitiv nicht in Gespräche einsteigen".

Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, stellte klar, dass Kommunikation Bestandteil der Einsatzstrategie der Polizei sei. Man stoße jedoch an eine Grenze, "wenn andere nicht mit uns reden wollen". Jörg Radek von der Gewerkschaft der Polizei forderte, Gewalttätern dürfe es nicht gelingen, sich hinter den anderen Fans zu verstecken. Angesichts des Aufwandes, der betrieben werden müsse, um zu verhindert, dass einige wenige Gewalttäter eine Gefahr für andere Stadionbesucher darstellen, sollte nachgedacht werden, "wie wir die von der Bühne nehmen können".

Aus Sicht des Fanforschers Jonas Gabler ist das Problem der Stadionsicherheit medial aufgebauscht. Dies sei ableitbar aus einer DFL-Umfrage in der Bevölkerung, wonach nur 68 Prozent die Stadien für sicher halten. Unter Stadionbesuchern liege der Anteil hingegen bei 97 Prozent. Auch Michael Gabriel von der Koordinationsstelle Fanprojekte bei der Deutschen Sportjugend (KOS) sieht den Stadionbesuch als sicher an. Er machte deutlich, dass viele Stadionbesucher nicht nur wegen des Fußballs, sondern auch wegen der Fankultur den Weg in die Arenen finden würden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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