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KULTUR I
Alexander Weinlein
Unesco fordert Krisensitzung

Angesichts der Zerstörung antiker Kulturschätze im irakischen Mossul durch die Terrormiliz „islamischer Staat“ (IS) hat die Kulturorganisation der Vereinten Nationen (Unesco) eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert und den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angerufen. „Dieser Angriff ist weit mehr als eine kulturelle Tragödie – dies ist auch eine Sicherheitsfrage“, erklärte die Unesco-Direktorin Irina Bukova am vergangenen Donnerstag. Mit seiner „Terrorstrategie“ wolle der IS die Menschen im Irak und Syrien destabilisieren und die Identität ganzer Volksgemeinschaften. Dazu gehöre auch der Verkauf und die vorsätzliche Zerstörung von Kulturgütern. Deshalb habe sie die Staatsanwaltschaft des Strafgerichtshofes eingeschaltet. Die Terrormiliz finanziert sich unter anderem auch durch den Verkauf von geraubten Kulturgütern.

In der vergangenen Woche hatte die Terrormiliz ein Video veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie Extremisten assyrische Statuen mit Vorschlaghämmern und Presslufthammern im Museum in Mossul zerstören. Zudem verbrannten sie Teile der Sammlung der Bibliothek. Die Extremisten rechtfertigen dies in der Videoaufzeichnung damit, dass auch der Prophet Mohammed die Abbilder falscher Götter habe beseitigen lassen. Zudem kündigten sie die antike assyrische Stadt Nimrud als ihr nächstes Ziel an.

Das oberste islamische Rechtsinstitut Dar-al-Ifta in Kairo verurteilte das Vorgehen der Terrormiliz scharf. Die Zerstörung der Kulturgüter sei nicht mit den islamischen Lehren zu vereinbaren.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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