Inhalt

AUSWÄRTIGES I
Johanna Metz
Weniger Geld für Austausch

Die USA wollen die Fördermittel für das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) von jährlich vier auf zwei Millionen Dollar (1,8 Millionen Euro) kürzen. Dies wäre ein schwerer Schlag für den Jugendaustausch, den US-Kongress und Bundestag 1983 ins Leben gerufen haben. Derzeit erhalten rund 700 Schüler und junge Berufstätige aus den USA und Deutschland über PPP ein Stipendium für ein Austauschjahr. Sie besuchen örtliche Schulen oder arbeiten in Betrieben. Sollten die USA die Mittel halbieren, müsste die Teilnehmerzahl deutlich sinken. Bis zum Herbst wollen sie entscheiden, wie es mit PPP weitergehen soll.

Ehemalige Austauschschüler haben im Internet die Petition „Save PPP“ gestartet, um den US-Kongress zum Umdenken zu bewegen. Bis Redaktionschluss hatten sie mehr als 19.000 Menschen unterzeichnet, davon nach Angaben des PPP-Alumni-Vereins mehr als die Hälfte Amerikaner.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich Anfang Februar bei ihrem Besuch in den USA bei Präsident Barack Obama für den Erhalt des Programms in seiner bisherigen Form stark gemacht. US-Außenminister John Kerry verteidigte die Kürzungen jedoch. PPP bleibe das größte Austauschprogramm zwischen den Vereinigten Staaten und einem anderen Land der Welt, betonte er Ende Februar im Repräsentantenhaus in Washington. Mit den eingesparten Mitteln sollten künftig andere Austauschprogramme „mit hoher Priorität“ finanziert werden. Als Beispiele nannte Kerry die Ukraine, Georgien und die baltischen Staaten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2021 Deutscher Bundestag