Inhalt

Umwelt
Götz Hausding
Gefahr durch Stickstoff

Zu hohe Einträge von Stickstoffverbindungen sind eines der großen ungelösten Umweltprobleme unserer Zeit. Das geht aus einem Sondergutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) (18/4040) hervor, das die SRU-Vertreterin Karin Holm-Müller vergangene Woche im Umweltausschuss vorgestellt hat.

Stickstoffeinträge tragen ihrer Aussage nach zum Verlust von Biodiversität bei, indem sie die Böden versauern. Stickstoffoxide in der Luft wiederum schädigten direkt die menschliche Gesundheit und bildeten gemeinsam mit Ammoniak gesundheitsschädlichen Feinstaub. Nitrat im Trinkwasser, eine reaktive Stickstoffverbindung, wirke krebserregend, während Lachgas, eine weitere reaktive Stickstoffverbindung, die Ozonschicht schädige und den Klimawandel beschleunige.

Bei 48 Prozent der natürlichen und naturnahen Ökosysteme sei die kritische Grenze für Stickstoffeinträge überschritten, sagte Holm-Müller. Aufgrund des zu hohen Nitratgehaltes seien zudem 27 Prozent aller Grundwasserkörper in einem schlechten chemischen Zustand, fügte die Umweltökonomin hinzu. Hauptverursacher des Problems sei die Landwirtschaft, da reaktiver Stickstoff vor allem durch die Verwendung von Düngemitteln und die Tierhaltung freigesetzt werde.

Der Zustandsbeschreibung fügte Holm-Müller vor dem Ausschuss auch Handlungsempfehlungen hinzu. Gebraucht werde eine nationale Stickstoffstrategie ebenso wie eine ambitionierte Düngeverordnung, die einen einen ganz wichtigen Schritt darstellen könne.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2020 Deutscher Bundestag