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BuNDESWEHR
Alexander Heinrich
Zahl der Mandate steigt

Rund 4.000 Soldaten in 17 Auslandseinsätzen

Rund 3.000 Bundeswehrsoldaten versehen derzeit ihren Dienst in 16 Auslandseinsätzen: Eine der umfangreichste Operationen wird nun ein weiterer und nicht unumstrittener Einsatz sein, den der Bundestag in dieser Woche mit der Beteiligung am Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" in Syrien und im Irak auf den Weg gebracht hat: Bis zu 1.200 Soldaten sind eingeplant, einsatzbedingte Kosten: 134 Millionen Euro. Insgesamt dürfte sich die Zahl der Bundeswehrsoldaten in Auslandseinätzen auf mehr als 4.000 erhöhen. Zugleich wird der Kampf gegen den IS auch auf das Operationsgebiet bezogen einer der größten Einsätze sein - es soll neben dem östlichen Mittelmeer auch den Persischen Golf, das Rote Meer und angrenzende Seegebiete umfassen.

Bei den meisten Auslandseinsätzen der Bundeswehr handelt sich um militärische Beratungs- und Ausbildungsmandate etwa im Rahmen der Vereinten Nationen (wie bei Unmiss im Südsudan und Unamid in Darfur) hinzu kommen Einsätze im Rahmen von Missionen der Europäischen Union (wie zum Beispiel bei EUTM Mali oder EUTM Somalia). Die umfangreichsten Operationen - was die Personalstärke wie auch die einsatzbedingten Zusatzkosten angeht - sind Einsätze im Rahmen der Nato: Dazu gehören etwa die Ausbildungs- und Trainingsmission "Resolute Support Mission" in Afghanistan, die die Bundesregierung um 130 Soldaten auf nunmehr bis zu 980 Soldaten aufstocken will, sowie etwa der am längsten währende Einsatz der Bundeswehr - die KFOR-Mission im Kosovo mit aktuell bis zu 850 Soldaten.

Entlastung Auch in zwei andere Krisenherde will die Bundesregierung mehr militärisches Personal entsenden. So könnte die Beteiligung im Rahmen der UN-Mission Minusma in Mali deutlich erhöht werden, vor allem, um dort die französischen Streitkräfte zu entlasten - im Moment sind zehn Bundeswehrsoldaten vor Ort, im Gespräch ist eine Aufstockung auf bis zu 650. Zudem denkt die Bundesregierung auch über eine Ausweitung der Ausbildung kurdischer Kämpfer im Nordirak für den Kampf gegen den IS nach - mit bis zu 150 statt der bisher 100 Soldaten. Keine Verlängerung soll es indes bei der Nato-Mission "Active Fence" geben, also bei der Stationierung von Patriot-Flugabwehrraketensystemen an der türkisch-syrischen Grenze: Das Mandat läuft Ende Januar aus, die Bundeswehr hat mit der Rückverlegung begonnen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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