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GESUNDHEIT
Claus Peter Kosfeld
Arm, aber eifrig

Cochrane Zentrum bündelt Informationen

Experten sehen in der Grundlagenarbeit des Deutschen Cochrane Zentrums (DCZ) für evidenzbasierte Medizin eine zentrale Aufgabe zur Stärkung des Gesundheitswesens. So wachse der Bedarf an systematisch gesammelten und verständlich aufbereiteten medizinischen Erkenntnissen, erklärten Sachverständige vergangene Woche im Gesundheitsausschuss. Zur Erarbeitung der Leitlinien in der Gesundheitspolitik und Gesetzgebung komme dieser Form der Grundlagenforschung in Deutschland eine aktuelle Bedeutung zu, hieß es.

Die 1993 in Großbritannien gegründete Cochrane Collaboration ist benannt nach Archibald Leman Cochrane (1909-1988), einem Epidemiologen, der als Begründer der evidenzbasierten Medizin gilt. Die internationale Organisation vereinigt Forscher, Ärzte und Methodiker, die Informationen zum Stand der klinischen Forschung systematisch und aktualisiert zusammentragen, in Übersichtsarbeiten (systematic reviews) bündeln und veröffentlichen. Daraus resultieren dann Empfehlungen für medizinische Therapien.

Finanziert und gefördert werden die gemeinnützigen Cochrane Zentren von Behörden, Universitäten, wissenschaftlichen Fonds, Stiftungen oder durch private Spender. DCZ-Direktor Gerd Antes wies im Ausschuss auf die „wackelige Finanzierung“ der Einrichtung hin, die unter kurzfristigen Verträgen und einem Mangel an Personal leide. Es bestehe zudem „ein völliges Annahmeverbot von Industriemitteln“. Das mache die Organisation finanziell „verwundbar“, präge aber auch ihren guten Ruf, ihre Unabhängigkeit und Integrität. Er betonte: „Wir sind extrem klein, extrem wendig und deswegen immer nah dran an den Themen.“

Aus Politik und Zeitgeschichte

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