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EUROPA
Johanna Metz
EU-Parlament will Glyphosat weiter erlauben

Das EU-Parlament (EP) in Straßburg hat in der vergangenen Woche einer Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat für weitere sieben Jahre zugestimmt. Jedoch soll die Erlaubnis auf den professionellen Einsatz beschränkt und die Verwendung in der Nähe von öffentlichen Parks oder Spielplätzen verboten werden. Außerdem verlangt das EP eine "unabhängige Überprüfung und die Offenlegung aller wissenschaftlichen Erkenntnisse" über den Stoff.

Die Entschließung des EP ist allerdings rechtlich nicht bindend. Über den weiteren Einsatz von Glyphosat muss die EU-Kommission im Benehmen mit dem Mitgliedstaaten entscheiden. Sie schlägt eine Verlängerung der Zulassung um 15 Jahre vor.

Die zur Weltgesundheitsorganisation gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hatte Glyphosat 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte jedoch grünes Licht für die Zulassung gegeben. Glyphosat wird seit den 1970er-Jahren in der Landwirtschaft, aber auch von Privatleuten zur Unkrautvernichtung verwendet.

Die Bundesregierung hat bereits angekündigt, einer Neuzulassung in der EU nur unter Auflagen zustimmen zu wollen. Es müsse sichergestellt werden, "dass alle Risiken bei der Anwendung von glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel auf ein vertretbares Maß reduziert werden", teilte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am vergangenen Mittwoch mit.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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