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Eva Bräth
Walther Leisler Kiep ist tot

Er war mehr als 20 Jahre für die Finanzen der CDU verantwortlich: Am 9. Mai starb Walther Leisler Kiep (Foto), Bundestagabgeordneter von 1965 bis 1976 sowie 1980 bis 1982, im Alter von 90 Jahren. Im Bonner Parlament auf außen- und entwicklungspolitische Fragen spezialisiert, wurde er bundesweit bekannt, als er 1972 die Ostpolitik der sozialliberalen Regierung unterstützte. 1976 ging Leisler Kiep als Wirtschafts- und Finanzminister in die niedersächsische Landespolitik. Überschattet wurden die politischen Erfolge durch Parteienspendenskandale. Schon in der Flick-Affäre der 1980er Jahre war sein Name in die Schlagzeilen geraten. 1999 verdächtigte die Staatsanwaltschaft den CDU-Bundesschatzmeister, eine Eine-Million-Mark-Spende nicht im Rechenschaftsbericht aufgeführt zu haben. Damit begann die Partei-Spendenaffäre um Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). 2004 wurde Leisler Kiep wegen Falschaussage vor dem Bundestag-Untersuchungsausschuss verurteilt. Er hat stets bestritten, von Schwarzgeldkonten gewusst zu haben.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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