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Vor 40 Jahren...
Benjamin Stahl
Helmut gegen Helmut

3.10.1976: Wahl zum achten Deutschen Bundestag Einige meinen, die Bundestagswahl 1976 haben zwei Helmuts gewonnen. Der eine - Schmidt mit Nachnamen, von der SPD - blieb nach der Wahl Bundeskanzler. Der andere - Kohl, von der CDU - schaffte es zwar noch nicht ins Kanzleramt, holte aber für die Union mit 48,6 Prozent ihr zweitstärkstes Ergebnis. Dennoch regierte die Koalition aus SPD (42,6) und FDP (7,9) mit der knappen Mehrheit von zehn Sitzen weiter. Vorausgegangen war ein Wahlkampf, der es in sich hatte.

Die Themen wogen schwer: Die Ölkrise von 1973 und die darauffolgende Weltwirtschaftskrise waren in der Bundesrepublik in Form von Arbeitslosigkeit und geringem Wachstum noch immer spürbar. Hinzu kamen die Themen Linksterrorismus und innere Sicherheit. Drei Tage vor der Wahl stritten die Parteivorsitzenden Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher (FDP) und Franz Josef Strauß (CSU) in einer mehr als vierstündigen Fernsehdiskussion aber auch über den Umgang mit der Situation an der innerdeutschen Grenze.

Und nach der Wahl? Während Schmidt mit den sich widerstrebenden Strömungen innerhalb der eigenen Partei und früh mit Konflikten in der sozialliberalen Koalition zu kämpfen hatte, kämpfte die Union um Einigkeit. Enttäuschung über das Wahlergebnis und unterschiedliche politische Positionen führten im November 1976 zu dem Beschluss der CSU, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU aufzukündigen. Vor allem die Drohung der CDU, einen bayerischen Landesverband zu gründen, verhinderte den Bruch.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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