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ENTWICKLUNG II
Johanna Metz
Enge Kooperation bei Katastrophen

Die Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Technischen Hilfswerks (THW), Rudolf Seiters und Albrecht Broemme, haben in der vergangenen Woche im Entwicklungsausschuss die Bedeutung eines koordinierten Vorgehens in der Katastrophenhilfe hervorgehoben. "Nach Katastrophen, wie den schweren Erdbeben in Nepal im April und Mai 2015, tritt eine unüberschaubare Vielzahl von Akteuren in Erscheinung", betonte Seiters. Während sich die erfahrenen Helfer unter dem Dach des Amtes der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in der Regel schnell abstimmten, seien andere Organisationen mit den Grundsätzen der Nothilfe und den internationalen Strukturen oft nicht vertraut.

Seiters stellte klar, dass alle 190 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in einer "guten Ausgangssituation" seien, um im Katastrophenfall Hilfe zu leisten. Die Mitglieder beteiligten sich grundsätzlich am UN-Koordinierungssystem und arbeiteten eng mit den lokalen Partnern zusammen. Die Kooperation zwischen DRK und THW sei eng.

THW-Präsident Broemme betonte, die meisten deutschen Organisationen stimmten sich in Notfällen genau ab, damit keine Doppelarbeit geleistet werde. Der Einsatz in Nepal habe aber einmal mehr gezeigt, "wie wichtig auch eine internationale Zusammenarbeit ist". Beispielhaft verwies er auf Hilfslieferungen, die keiner bestellt habe "und die auch keiner brauchte". Dabei sei die Lieferung von Hilfsgütern "eine Sache, die Verteilung im Land eine andere". Als "absurd" und eine "Verschwendung von Ressourcen" bezeichnete Broemme den Umstand, dass kleinere Hilfsorganisationen aus Deutschland trotz Platzknappheit in den Flugzeugen in Begleitung von Journalisten nach Nepal geflogen seien.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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