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Aufgekehrt
Alexander Weinlein
Europäischer Fußball

In München wird Klartext gesprochen: "Ich glaube, es war eine ganz bittere Niederlage. Eine Niederlage, über die es zu sprechen gilt, die es zu analysieren gilt, aus der wir auch in Klartext-Form Konsequenzen ziehen müssen." Nein, wir sprechen jetzt ausnahmsweise mal nicht über Horst Seehofer und die CSU. Das Zitat stammt von Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München kündigte nach der krachenden Niederlage gegen Paris St. Germain in der Champions League an, was Stunden später zur Gewissheit werden sollte. Die Bayern feuerten Trainer Carlo Ancelotti. "Der Feind in deinem Bett ist der gefährlichste. Deswegen mussten wir handeln", kommentierte Bayern-Präsident Uli Hoeneß den Rauswurf.

Spätestens jetzt könnten wir über Horst Seehofer und die CSU sprechen. Oder über die SPD und Martin Schulz. Oder eine Jamaika-Koalition. Aber wir wollen ja über Fußball reden. Letzte Woche haben Deutschlands Kicker in den europäischen Wettbewerben mal so richtig eins auf die Fresse gekriegt. Entschuldigung, aber im Fußball heißt das eben so. Und nein, wir sprechen jetzt nicht über SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles. Wir reden über Fußball. Europäischen Fußball. Deutschland hat schon bei der Europameisterschaft gegen Frankreich den kürzeren gezogen. Und jetzt Deutschlands Vorzeige-Club gegen Paris. Das offenbart massive Schwächen im deutschen Fußball. Vielleicht liegt es am Trainer. Oder der Mannschaft. Oder an beidem. Aber wenn Deutschlands Fußballvereine sich nicht auf ein überzeugendes Kombinationsspiel verständigen, dann wird es schwer für sie in Europa. So, und jetzt können wir gerne über Politik reden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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