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Aschot Manutscharjan
Kurz rezensiert

Warum können wir sicher feststellen, dass eine "Hackergruppe" aus Russland den Server des Bundestags lahmlegte? Wie gelang es dem US-Geheimdienst NSA, die Bundeskanzlerin abzuhören? Ist es für die normalen Internet-Nutzer überhaupt möglich, sich gegen die zahlreichen Gefahren aus dem Netz zu schützen? Was kann der Staat konkret für die Sicherheit seiner Bürger und Institutionen tun? Alle Fragen rund um den sogenannten "Cyber War" beantworten zwei ausgewiesenen Kenner der Materie in einem spannenden Buch: Die Informatikerin Constanze Kurz arbeitet in der Redaktion "netzpolitik.org" und war technische Sachverständige in der Enquête-Kommision "Internet und digitale Gesellschaft" des Bundestags. Frank Rieger ist Spezialist für Kommunikationssicherheit und Sprecher des Chaos Computer Clubs.

Nach einem informativen Intermezzo über die "Angriffswerkzeuge" erklären die Autoren auch für den technisch nicht versierten Leser verständlich, wie ein Hacker-Angriff funktioniert und wie man ihn verifiziert. Denn seit den Enthüllungen Edward Snowdens wurden die geheimdienstlichen Aktivitäten im Netz nicht weniger. Das Gegenteil ist der Fall: Kurz und Riegel beschreiben, wie die USA, China und Russland die Kriegszone auf das Internet ausweiteten. Detailliert erläutern sie die aktuelle Cyber-Strategie Moskaus gegenüber den westlichen Demokratien. Das Ziel sei klar: Beeinflussung der Öffentlichkeit durch Desinformationskampagnen. Gleichzeitig stellen die Autoren fest, dass die "gleichen Methoden, die man Russland zur Unterminierung des Westens vorwirft, auch von politischen Akteuren im Westen angewendet werden".

Um Kriege im Internet einzudämmen oder zu verhindern, empfehlen die Autoren ein breites Maßnahmenpaket. So sollten internationale Verträge und Konventionen zum Verbot digitaler Waffen verabschiedet werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Kontrollgremien der Parlamente Lösungen finden, um militärische Einsätze in der Cyber-Sphäre zu überwachen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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