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Ortstermin: Begrüßung der parlaments-Stipendiaten
Lisa Brüßler
»Von Berliner Schätzen profitieren«

Locker unterhält sich Bundestagsvizepräsident Hans-Peter Friedrich (CSU) auf der Fraktionsebene des Berliner Reichstagsgebäudes mit Katarina und Jan aus Prag über seinen an Tschechien grenzenden Wahlkreis. Friedrich wohnt in Hof. Gruppen von jungen Menschen sind auf der Fraktionsebene des Bundestages keine Seltenheit, doch meistens handelt es sich dabei um Besucher. Nicht so bei Katerina und Jan: Seit Anfang März sind die beiden und 117 weitere junge Akademiker Stipendiaten des Internationalen Parlaments-Stipendiums (IPS). Für fünf Monate, noch bis Ende Juli, bilden die Unter-30-Jährigen eine bunte Mischung aus 37 Ländern. Doch nicht nur das: Zwischen April und Juni werden sie aktiv in Büros von Bundestagsabgeordneten mitarbeiten, an Ausschuss- und Fraktionssitzungen teilnehmen und die Wahlkreise besuchen. Kurz: Das parlamentarische System Deutschlands kennenlernen.

Katarina wird im Büro von Grünen-Politiker Manuel Sarrazin mitarbeiten: "Ich habe ihn noch nicht persönlich kennenlernen können, aber sein Büroteam ist sehr nett und ich freue mich schon auf den Praktikumsstart", berichtet sie. IPS-Stipendiat 2019 wurde, wer sich unter 534 Bewerbern durchsetzen konnte, gut Deutsch spricht und einen Universitätsabschluss in der Tasche hat. Das Auswahlgespräch im vergangenen Jahr in Prag sei bei ihm gut verlaufen, berichtet Jan: "Fragen, wie wer der Bundestagspräsident ist, waren für mich als Politikwissenschaftler keine große Herausforderung. Aber bei der Frage, wie viele Wahlkreise es in Deutschland gibt musste ich schon etwas kreativ werden und habe anhand der Zahl der Abgeordneten geschätzt", erzählt er .

"Nicht nur für euch ist der Austausch hier sehr bereichernd, sondern auch für die Abgeordneten", gab Friedrich den Stipendiaten bei der offiziellen Begrüßung am vergangenen Donnerstag mit. "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information", verwies er auf ein Zitat von Albert Einstein, das auch auf das IPS-Programm zutreffe: "Informationen über den Bundestag können Sie sich heute überall einholen, aber um etwas zu lernen, müssen sie es hier erfahren", betonte Friedrich und wünschte den Stipendiaten, während der Zeit in Berlin "über alle Grenzen hinweg Freundschaften zu knüpfen".

Wenn die Stipendiaten aus Mittel- und Osteuropa, aber auch aus den USA, Frankreich, Israel, der Kaukasus-Region, Zentralasien sowie aus Kanada nicht gerade im Parlament unterwegs sind, haben sie die Möglichkeit, Vorlesungen an der Humboldt-Universität, der Freien Universität und der Technischen Universität Berlin zu besuchen. "Wir sind stolz und froh, dass Sie hier sind und unsere Bildungseinrichtungen im Sommersemester bereichern", freute sich Britta Baron von der Abteilung Internationales der Humboldt-Universität. "Berlin stellt sich global auf als Wissenschaftsstadt mit Kunst und Kreativität und wir hoffen, dass sie von diesen Berliner Schätzen profitieren können." Was 1986 mit bescheidenen elf Stipendiaten startete, ist so stark gewachsen, dass bis heute mehr als 2.600 junge Menschen über das IPS-Programm gefördert werden konnten.Lisa Brüßler

Aus Politik und Zeitgeschichte

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