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Kultur
Alexander Weinlein
Frauen im Widerstand

Anlässlich des 75. Jahrestages des Umsturzversuches und Attentates auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 wollen die Koalitionsfraktionen die Rolle und Bedeutung von Frauen im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur würdigen und zukünftig verstärkt erforschen lassen. In einem gemeinsamen Antrag (19/11092), dem der Bundestag am vergangenen Freitag in die Ausschüsse überwies, fordern CDU/CSU und SPD die Bundesregierung auf, ein entsprechendes Forschungsprojekt der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand zu fördern und die pädagogische Vermittlungsarbeit der NS-Gedenkstätten, insbesondere an den einstigen Frauen-Konzentrationslagern Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück auszubauen. Zudem soll 2024 zum 80. Jahrestag des 20. Juli 1944 eine Sonderbriefmarke aufgelegt werden. Die Koalition spricht sich zudem dafür aus, dass der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten für Schulen das Thema aufgreift.

Union und Sozialdemokraten weisen darauf hin, dass die Rolle und die Bedeutung von Frauen im Widerstand in der Geschichtswissenschaft lange marginalisiert worden sei. Diese Forschungslücke sei auch deshalb nicht so leicht zu schließen, da es die Wissenschaft nach 1945 versäumt habe, Frauen in großem Umfang zu diesem Thema zu befragen. Der Widerstand von Frauen könne aber nicht isoliert von jenem der Männer betrachtet werden. Viele Widerstandshandlungen hätten sich gegenseitig ergänzt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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