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Claus Peter Kosfeld
Spannung vor der Wahl in Thüringen

Mit großen Erwartungen schaut insbesondere Die Linke auf die kommende Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober. Nach den Wahlschlappen zuletzt in Sachsen und Brandenburg Anfang September mit deutlichen Stimmenverlusten kann Die Linke in Thüringen den Umfragen zufolge diesmal auf ein ordentliches Ergebnis hoffen. Für die Partei steht besonders viel auf dem Spiel, stellt sie in Thüringen doch mit Bodo Ramelow ihren bundesweit einzigen Ministerpräsidenten, der seit 2014 im Amt und bei den Bürgern offenkundig auch beliebt ist.

In Erfurt regiert die Linke zusammen mit SPD und Grünen in einer Koalition, die im Landtag mit 46 von 91 Sitzen lediglich eine hauchdünne Mehrheit stellt. Stärkste Fraktion ist die der CDU mit 34 Mandaten. Fraktionschef Mike Mohring ist auch der aussichtsreichste Herausforderer des amtierenden Regierungschefs. Allerdings deutet sich nach den aktuellen Umfrageergebnissen eine sehr schwierige Regierungsbildung an, zumal Mohring ein Bündnis mit der AfD in Thüringen ausgeschlossen hat.

Im ZDF-Politbarometer von vergangener Woche kommt Die Linke in Thüringen auf eine Zustimmung von 27 Prozent (2014: 28,2 Prozent) und wäre damit vorne. Die CDU liegt knapp dahinter mit 26 Prozent (2014: 33,5 Prozent). Wie schon bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg kann die AfD nach dieser Umfrage mit einem fulminanten Zuwachs an Wählerstimmen rechnen und käme auf 20 Prozent (2014: 10,6 Prozent). Die SPD muss hingegen mit einer neuerlichen Niederlage rechnen und wird in der Umfrage nur bei neun Prozent (2014: 12,4 Prozent) gesehen. Dafür keimt bei der FDP Hoffnung auf, denn die Liberalen könnten diesmal mit fünf Prozent (2014: 2,5 Prozent) knapp den Sprung in den Landtag schaffen. Die Grünen liegen in der Umfrage bei acht Prozent (2014: 5,7 Prozent), würden ihr Ergebnis somit leicht verbessern. Laut dieser Umfrage würde es für eine rot-rot-grüne Mehrheit nicht reichen. In einer ARD-Umfrage schneidet die Linke mit 29 Prozent noch stärker ab, die AfD mit 24 Prozent auch, die CDU kommt hier auf 24 Prozent.

Ministerpräsident Ramelow führt die Liste der beliebtesten Politiker an, gefolgt von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Mohring. Negativ bewertet wird in den Umfragen AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke. Wenn die Thüringer den Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich 50 Prozent für Ramelow und 31 Prozent für Mohring entscheiden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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