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Entwicklung
Johanna Metz
Riskante Hilfe

Wachsende Gefahren bei Kriseneinsätzen

Akute Konflikte und Katastrophen haben nach Angaben von Elhadj As Sy, Generalsekretär der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC), weltweit in erheblichem Maße zugenommen und gefährden immer häufiger auch das Leben der humanitären Helfer vor Ort. Mitarbeiter und Ehrenamtliche des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes arbeiteten "unter schwierigsten Bedingungen" in Konfliktregionen und fragilen Kontexten fernab der großen Städte buchstäblich auf der "letzten Meile", was bedeute: "Außer uns ist niemand mehr dort, der Hilfe leistet", erklärte Sy vergangene Woche im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Helfer müssten dabei aufpassen, nicht zum Objekt politischer Instrumentalisierung zu werden und als neutraler, unabhängiger Akteur das Vertrauen der lokalen Bevölkerung zu verspielen. "Das ist unser einziger Schutz", betonte Sy, der auf die hohe Zahl von Mitarbeitern verwies, die in den vergangenen fünf bis sechs Jahren im Einsatz ihr Leben verloren hätten. Allein im Syrien-Krieg seien 70 Helfer getötet worden, im Jemen bereits 17. Rückzug, stellte Sy klar, sei dennoch keine Option. "Dann verlieren wir Respekt, Legitimität und Vertrauen."

Als Ursache für die hohe Zahl von akuten Notlagen nannte der IFRC-Chef den Klimawandel und von Menschen gemachte Konflikte, wobei an vielen Orten der Welt beides gleichzeitig zu finden sei. Er sprach sich für bessere Frühwarnsysteme und eine Stärkung der zivilen Konfliktprävention aus, um drohende Naturkatastrophen und politische Krisen eher erkennen und schwerwiegende Folgen frühzeitig verhindern zu können. "Wir müssen präsent sein, vor, während und nach einer Krise", mahnte Sy, der die Bedeutung der ehrenamtlichen Mitarbeiter vor Ort hervorhob. Ohne sie könne das IFRC nicht funktionieren. Unter anderem würden sie sicherstellen, dass 60 bis 65 Prozent aller vom Welternährungsprogramm zur Verfügung gestellten Hilfsgüter die Menschen auf lokaler Ebene erreichten.

Sy betonte, ohne Versicherung würde beim IFRC niemand in den Einsatz geschickt. Die Förderation habe eine interne Versicherung, außerdem habe man zusätzliche Verträge mit Versicherungsagenturen abgeschlossen, um Mitarbeiter und Angehörige im Notfall unterstützen zu können.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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