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Lisa Brüßler
Früherer Arbeitsminister Blüm gestorben

Der CDU-Politiker und frühere Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm (Foto) ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das teilte sein Sohn am Freitag in Bonn mit. Blüm hatte jüngst öffentlich gemacht, dass er nach einer Blutvergiftung von der Schulter abwärts gelähmt war. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) würdigte Blüm als eine große Politikerpersönlichkeit des Landes: "Seine markante Stimme wird in der deutschen Politik noch lange Nachhall finden."

Blüm war der einzige Minister, der Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) über dessen gesamte Regierungszeit von 1982 bis 1998 im Kabinett begleitete. Untrennbar mit ihm verbunden ist der Satz: "Die Rente ist sicher."

Blüm wurde 1935 im hessischen Rüsselsheim geboren und absolvierte eine Werkzeugmacher-Lehre. Über den zweiten Bildungsweg holte er das Abitur nach und schloss ein Studium der Philosophie, Germanistik, Geschichte und Theologie an. 1967 promovierte er. Schon 1950 trat Blüm in die CDU ein.

Dem Deutschen Bundestag gehörte er von 1972 bis 1981 und von 1983 bis 2002 an. Dort engagierte er sich überwiegend im Ausschuss für Arbeit und Sozialordnung und im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Von 1980 bis 1981 war Blüm stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei war Blüm von 1981 bis 1990 und von 1992 bis 2002.

In der Union galt er insbesondere während der schwarz-gelben Koalition je nach politischem Standort als "soziales Gewissen" oder "soziales Feigenblatt". Als seine nachhaltigste Leistung wird die Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 gesehen.

Blüm war verheiratet und hat drei Kinder. Er galt als engagierter Katholik, der sich nach seinem Ausscheiden aus der Bundespolitik sozial engagierte und immer wieder zu Wort meldete.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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