Inhalt

Gastkommentare - Contra
Christopher Jähnert
Auslaufmodelle ade

Kaufprämie für Verbrenner?

D er Verkehrssektor ist nach wie vor der Bereich mit dem höchsten CO2-Ausstoß. Daran hat sich seit 1990 kaum etwas geändert, in manchen Jahren sind die Emissionen im Verkehrssektor sogar angestiegen statt zurückzugehen. Das liegt auch am Trend zu größeren Autos, die insgesamt mehr Benzin und Diesel verbrauchen. Da hilft es wenig, dass die Motoren effizienter geworden sind.

Das zeigt: Wenn der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor gedrückt werden soll, müssen wir grundsätzlich etwas an unserer Mobilität ändern -. und nicht noch viel Geld in ein Auslaufmodell stecken, das im Grunde noch auf Technik aus dem 19. Jahrhundert basiert. Egal wie "sauber" die herkömmlichen Verbrennungsmotoren auch sein mögen, sie blasen immer noch zu viel CO2 in die Atmosphäre.

Eine Prämie für Verbrennungsmotoren würde bedeuten, das Problem einfach nur wieder ein paar Jahre zu schieben. Wir müssen unsere Schlüsselindustrie aber jetzt fit für die Zukunft machen. Egal, ob es am Ende um Wasserstoffantriebe geht oder um E-Autos. Diese Fahrzeuge verursachen neben weniger CO2 auch weniger Dreck und Feinstaub, sind also besser für unsere Gesundheit. Und in der Stadt zudem leiser als die üblichen Motoren.

Zur Wahrheit gehört dann aber auch: Wenn der Strom für die E-Autos aus dreckigen Kraftwerken kommt, bringt das eher wenig. Auch da muss man ran, was aber mit dem Kohleausstieg schon passiert. Die alternativen Antriebe müssen aber auch sonst für Konsumenten attraktiver werden. Sprich: Mehr Ladesäulen, einheitliche Bezahlsysteme, erschwinglichere Preise. Darin sollte unser Steuergeld investiert werden - und nicht in eine Prämie für Verbrennungsmotoren.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2020 Deutscher Bundestag