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Nachhaltig Leben

Die unbegrenzten Möglichkeiten des Alltags

Umweltschonendes Bauen, langlebige Geräte und eine gute Gesundheitsversorgung - die Abgeordneten streifen viele Aspekte

Bauen oder Landwirtschaft, Elektroschrott oder langlebige Geräte: Leben und Konsum lassen sich unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit breit auffächern, wie stattliche 19 Anträge der Fraktionen zeigten, die in der vergangenen Woche im Bundestag zur Debatte standen. Nicht zu vergessen: Gesundheit und Pflege.

Beruhigend äußerte sich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Thomas Gebhart (CDU): Auch dank der jüngst festgezurrten Milliarden-Spritzen des Bundes für Krankenhäuser und den öffentlichen Gesundheitsdienst werde es auch in Zukunft eine gute gesundheitliche und pflegerische Betreuung geben. Wenn denn die Bundesländer mitziehen, so sein Appell.

Ein Kurz-Seminar über Diabetes und Adipositas baute der Arzt Rudolf Henke (CDU) in seine Rede ein: Die Bedeutung der Vorbeugung wollte er damit unterstreichen - wie gerade jetzt durch die neuerlich verschärften Beschränkungen bei der Tabakwerbung. Jeder in die Prävention investierte Euro zahle sich vielfach aus.

Potenzial beim Hausbau Die Verbindung von Nachhaltigkeit und Bauen knüpfte Klaus Mindrup (SPD): "Ein Schlüssel ist das Bauen mit Holz", versicherte er. So werde das Bauen von einer CO2-Quelle zu einer CO2-Senke. Bauen mit Holz in intelligenter Kombination mit anderen Materialien sei aktiver Klimaschutz.

Daniel Föst (FDP) verlangte einen Paradigmenwechsel im Baubereich: Gebäude müssten in den Zertifikatehandel für Emissionen einbezogen werden. Das Potenzial, dort CO2 einzusparen, sei enorm und müsse endlich gehoben werden. Doch passiert sei bisher so gut wie gar nichts. Trotz Investitionen in Höhe von 300 Milliarden Euro in den vergangenen zehn Jahren in energetische Gebäudesanierung sei der Quadratmeter-Energieverbrauch gleichgeblieben.

Ganz anders nahm Frank Magnitz (AfD) den Bausektor ins Visier: Die unermessliche Regulierungswut der Bundesregierung habe das Bauen verteuert. Wohneigentum zu erwerben, sei heute für breite Schichten unmöglich. Die Regierung habe durch fortgesetzten Rechtsbruch zu einer neuen deutschen Wohnungsnot beigetragen.

Ralph Lenkert (Die Linke) hob speziell auf die Haltbarkeit bei technischen Geräten ab. Unternehmen sollten in Forschung und Entwicklung investieren, um haltbare und langlebige Produkte herzustellen. 20 Prozent mehr Investitionen in die Qualität ergäben eine doppelte Haltbarkeitsdauer. Das spare dem Verbraucher Geld und helfe zugleich der Umwelt.

Gerhard Zickenheiner (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, gerade die Kommunen könnten in Sachen Nachhaltigkeit bei Klima- und Umweltschutz viel leisten. Ob Radwege oder öffentlicher Nahverkehr und Maßnahmen gegen den Wassermangel: Dort sei das nötige Fachwissen vorhanden. Doch werde ihnen allenfalls in homöopathischen Dosen geholfen, deshalb forderte er mehr Unterstützung der Kommunen. Der Klimaschutz könne dort zudem wie ein Konjunkturmotor wirken.

Auf jeden Fall sprach der Arzt Rudolf Henke erkennbar einer breiten Mehrheit aus der Seele, als er konstatierte: Wer angesichts von weltweit 300.000 Neuinfizierten an einem Tag von Coronawahn spreche und angesichts der verheerenden Brände in Australien und Kalifornien von Klimawahn, der begebe sich aktiv und bewusst in Gegensatz zu Fakten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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