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Ortstermin: Die JUNIORWAHL Zur Bundestagswahl 2021
Lisa Brüßler
Wählen im Klassenzimmer

Unterrichtsmaterialien, ein Paket mit Wahlbenachrichtigungen, Wahlurne, Wahlkabinen und Stimmzetteln des Bundestagswahlkreises - damit wird die Gelsenkirchener Lehrerin Sandra Latzke im Spätsommer ein besonderes Projekt vorbereiten: Die Juniorwahl zur Bundestagswahl am 26. September 2021. Latzke unterrichtet Sozialwissenschaften und Erdkunde am Max-Planck-Gymnasium der Stadt und nimmt seit vielen Jahren mit ihren Schülern an dem Schulprojekt der politischen Bildung teil.

Sich Wissen aneignen, eine Meinung bilden, Demokratie erleben und Verantwortung für diese übernehmen - dieser Vierklang ist Grundlage der Juniorwahl, die seit 1999 durchgeführt wird. Die Idee: Jugendliche unter 18, die selbst noch nicht wählen dürfen, haben das Thema auf dem Stundenplan und erproben die Demokratie. Dazu gehört ein abschließender Wahlakt in der Woche vor der Bundestagswahl. Schirmherr des Projekts ist Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU): "Zeitgleich mit den Wahlergebnissen der über 18-jährigen werden am Wahlsonntag Eure Ergebnisse bekannt gegeben - und Ihr erfahrt, wer in Eurem Wahlkreis das Rennen gemacht hätte", motiviert Schäuble, an der Juniorwahl teilzunehmen.

Die Idee zur Teilnahme entstand in Gelsenkirchen vor der Bundestagswahl 2017 in der damaligen Politik-AG: "Ein Team aus der AG hat die Organisation und die Öffentlichkeitsarbeit übernommen und sich auch um die Auszählung der Wahlstimmen und die Veröffentlichung des Wahlergebnisses gekümmert", berichtet Latzke über die Umsetzung vor vier Jahren - ähnlich sei es auch für diese Juniorwahl geplant. Den Wahlvorstand und die Wahldurchführung leiteten Schüler aus den drei Oberstufen-Jahrgängen. Latzkes Rolle besteht in der Unterstützung bei der Umsetzung und darin, Ansprechpartnerin zu sein. "Die Erfahrungen waren bisher immer positiv. Eine Wahl wird oft erst durch eigene Erfahrungen erlebbar", sagt sie. Nicht wenige Schüler seien überrascht, wie viele Parteien und Kandidaten überhaupt zur Wahl stehen, wenn sie das erste Mal einen Stimmzettel sehen.

Falls wieder in den Distanzunterricht gewechselt werden muss, kann das Projekt dennoch stattfinden - die Materialien stehen auch digital zur Verfügung. "Schon unsere letzte Juniorwahl zum Ruhrparlament im September 2020 war durch die Einschränkungen der Pandemie anders, damals haben wir verstärkt von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht", sagt Latzke - sie hofft trotzdem, dass die Wahl möglichst wirklichkeitsgetreu abgebildet werden kann. "Bei der richtigen Bundestagswahl gibt es ja auch keine digitalen Wahlmöglichkeiten."

Bundesweit können alle Schulformen der Sekundarstufen I und II und der Berufsschulen (Stufe 7 bis 13) teilnehmen. Mehr unter:www.juniorwahl.deLisa Brüßler

Aus Politik und Zeitgeschichte

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