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Aufgekehrt
Alexander Weinlein
Hund, Katze Maus...

Sie trugen so berühmte Namen wie Caesar und Cleopatra oder majestätische wie King Tut und King Timahoe. Manche hörten auf so pittoreske wie Lady Nashville und Miss Beazley, Old Whitey und Old Whiskers, Admiral Dewey oder Father O'Grady. Andere trugen hintersinnige wie Tax Reduction und Budget Bureau. Viele wurden auf Fotos und in TV-Beiträgen verewigt, wie etwa Him und Her oder Bo und Sunny. Nelson und Blue- skin wurden gar in Öl auf Leinwand gebannt.

Die Rede ist von Hunden, Katzen, Meerschweinchen, Vögeln, aber auch Pferden, Ziegen, Kühen und Hausschweinen. Selbst Bären, Dachse, Opossums und ein Alligator waren dabei. Und ihre Herrchen und Frauchen waren keine geringeren als die Präsidenten der USA und die First Ladies. Derzeit amtieren Champ und Major im Oval Office. Demnächst bekommen die beiden Deutschen Schäferhunde Gesellschaft: Eine Katze soll ins Weiße Haus einziehen, verriet Jill Biden nun der Presse.

Joe Bidens Amtsvorgänger, dessen Name spielt hier keine Rolle, hatte hingegen keine Haustiere und brach damit mit einer langen Tradition. Der elfte Präsident, James K. Polk, war wohl der einzige vor ihm, der auf animalische Freunde verzichtete. Andrew Johnson, 17. Präsident, hatte zwar auch keine Haustiere, soll aber die Mäuse in seinem Schlafzimmer im Weißen Haus gefüttert haben.

War es also ein Mangel an Tierliebe, der das Weiße Haus in den vergangenen vier Jahren so erbärmlich aussehen ließ? Oder war es eher Ausdruck größerer Tierliebe, die den Hausherren auszeichnete? Mal ehrlich, so ein Herrchen wünscht man schließlich selbst dem übelsten Kläffer nicht.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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