Inhalt

Gastkommentare - Pro
Markus Decker, Redaktionsnetzwerk Deutschland
Aber unbedingt

WAHLALTER SENKEN?

A uf die Frage, ob das aktive Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt werden sollte, kann es nur eine Antwort geben: Ja! 16-Jährige sind heute mündiger, als es 16-Jährige vor 30 Jahren waren. Das hat mit dem Problemdruck der modernen Welt wie mit der Verbreitung von Informationen durch die Digitalisierung zu tun. Und wer mündig ist, sollte wählen dürfen. Umgekehrt gibt es durchaus mal 36-Jährige, an deren Mündigkeit man zweifeln darf.

Ein weiterer Grund für die Senkung des Wahlalters hat mit dem bereits erwähnten Problemdruck zu tun. Da fallen natürlich zunächst stets die Vokabeln Klimawandel und Klimaschutz. Aber das Thema ist es nicht allein. Was aus ihrer Rente wird, sollte Junge ebenfalls interessieren und tut es auch. Weichen, die in der Rentenpolitik heute so oder anders gestellt werden, wirken sich ohnehin meist erst in Jahrzehnten aus.

Der letzte Grund ergibt sich aus der demografischen Entwicklung - sprich: der Alterung der Gesellschaft. Wenn es in der Wählerschaft relativ gesehen immer mehr Senioren gibt, dann ist es geradezu zwingend, durch die Senkung des Wahlalters ein Gegengewicht zu schaffen. Alles andere würde nicht allein zu einer Benachteiligung der Jungen durch die Alten führen. Es droht außerdem, dass Politik und Gesellschaft sonst erstarren, weil ältere Menschen dazu neigen, den Status quo bewahren oder gar die Vergangenheit zurückholen zu wollen. Nur junge Gesellschaften sind auf Dauer moderne und dynamische Gesellschaften. Das sollte in der Politik seinen Niederschlag finden.

Auch wenn die Senkung des Wahlalters bis zu dieser Bundestagswahl nicht Wirklichkeit wurde: Bis zur nächsten regulären Bundestagswahl im Jahr 2025 sollte sie kommen - und zwar unbedingt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2021 Deutscher Bundestag