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Luft- und Raumfahrt

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter

Kleinsatelliten und emissionsarmer Treibstoff sollen den Weg ins All ebnen

Ob es um die Vorhersage von Großwetterlagen geht, die Optimierung von logistischen Abläufen oder die Umsetzung von autonomem Fahren: Daten, die per Satelliten im All gesammelt werden, gewinnen auch für Forschende und Unternehmen in Deutschland immer mehr an Bedeutung.

Unter dem Begriff "New Space" wird die Kommerzialisierung der Raumfahrt zusammengefasst, die nun auch in Deutschland vorangebracht werden soll. Start-ups, Raumfahrtunternehmen, Verbände, klassischen Industrieunternehmen und die Digitalwirtschaft wachsen in einer Branche, die in der Vergangenheit hauptsächlich von Staaten und nationalen und internationalen Weltraumagenturen geprägt war.

Satelliten Um beim Rennen um den Weg ins All mitzumischen, haben die Koalitionsfraktionen die Entwicklung von Satelliten in den Fokus genommen. Im Haushaltsausschuss stimmten SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP für einen Änderungsantrag, durch den zusätzliche zehn Millionen Euro in den Titel "Nationales Programm für Weltraum und Innovation - Forschungs- und Entwicklungsvorhaben" des Einzelplans 09 geflossen sind. Mit dem Geld sollen laut Antrag Kleinsatelliten gefördert und die automatisierte Produktion von Satelliten in Deutschland gefördert werden. Als Kleinsatelliten gelten Satelliten bis maximal 500 Kilogramm. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie zwar die gleichen Aufgaben erfüllen können wie ein großer Satellit, aber in der Produktion erheblich günstiger sind und daher in großen Mengen hergestellt werden können. Das wohl berühmteste Beispiel für den Einsatz von Kleinsatelliten ist das Project "Starlink" des US-Unternehmers Elon Musk. Mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX schießt Musk zehntausende Kleinsatelliten ins All, die im Verbund für Breitband-Internet an jedem beliebigen Punkt der Erde sorgen sollen.

Wie wichtig von Staaten unabhängig gesammelte Daten sind, hat der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine deutlich gemacht. Die Koalitionsfraktionen führten dies in ihrem Änderungsantrag als Punkt für die Förderung der Satellitenentwicklung an: Es gehe darum, eine " zuverlässige und unabhängige Versorgung mit Bildern und Datenübertragung zu gewährleisten".

Fliegen mit Strom Doch auch in der konventionellen Luftfahrt soll geforscht werden, vor allem in Sachen Treibstoff. So soll nach Willen der Ampel die Entwicklung und der Markthochlauf von synthetischen Kraftstoffen für Flugzeuge vorangebracht werden. Die Bundesregierung schreibt deshalb vor, dass ab 2026 eine Beimischquote von 0,5 Prozent von "Power-to-Liquid"-Kraftstoffen zu erfolgen hat. Beim Power-to-Liquid-Verfahren geht es darum, aus elektrischem Strom Flüssigkraftstoff herzustellen. In dem Verfahren entsteht aus grünem Wasserstoff und nachhaltigem Kohlendioxid hochwertiger Kraftstoff, der vor allem die Temperaturerfordernisse der Luftfahrt erfüllt und das Fliegen in Zukunft emissionsärmer machen könnte.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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