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Bernd Haunfelder
Schäuble feiert 80. Geburtstag

Am 18. September vollendet Wolfgang Schäuble sein 80. Lebensjahr. Seit 1972 gehört er dem Deutschen Bundestag an, so lange wie kein anderer Abgeordneter. Angesichts seiner langen und einmaligen parlamentarischen Laufbahn und der Vielzahl seiner politischen Ämter nimmt er eine Sonderstellung in der deutschen Nachkriegsgeschichte ein. Von sich selbst sagte er einmal, dass er leidenschaftlicher Parlamentarier sei und dass ihn Politik fasziniere.

Persönliche Schicksalsschläge wie auch bittere Niederlagen haben seine Gradlinigkeit nicht erschüttert. Die fast sichere Nachfolge Helmut Kohls als Bundeskanzler Mitte der 1990er Jahre, sein vorzeitiger Rücktritt vom Amt des CDU-Vorsitzenden 2000 nach der CDU-Spendenaffäre und die Absicht, 2004 Bundespräsident werden zu wollen, zählen vor allem dazu. Schäuble haderte nie lange. Kaum jemand ging mit gescheiterten Hoffnungen so souverän um und keiner trug so wenig Klage in die Öffentlichkeit wie er.

Der promovierte Jurist und Rechtsanwalt aus Offenburg trat 1965 der CDU bei, gehörte von 1985 bis 2021 dem Bundesvorstand an und stand von 1998 bis 2000 an der Spitze der CDU. Von 1991 bis 2000 amtierte er als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. In der Öffentlichkeit ist Schäuble jedoch vor allem als langjähriger Minister in Schlüsselressorts ein Begriff. Von 1984 bis 1989 war er Chef des Bundeskanzleramts, von 1989 bis 1991 und von 2005 bis 2009 Innenminister sowie von 2009 bis 2017 Finanzminister. Von 2017 bis 2021 amtierte er als Bundestagspräsident.

Mit Schäubles Namen ist zudem die Ausgestaltung der Wiedervereinigung verbunden. 1990 handelte er mit der DDR den Einigungsvertrag aus und trug entscheidend dazu bei, den Sitz von Bundestag und Teilen der Bundesregierung nach Berlin zu verlegen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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